Computer und Co.
01.03.2018

Mobilmesse: Neue Impulse durch 5G, VR und Display-Lücken

Von Andrej Sokolow und Renate Grimming, dpa

Barcelona (dpa) - Auf den Mobile World Congress in Barcelona will die Telekom-Industrie die Zukunft in Aktion zeigen. Diesmal zeichneten sich neben High-Tech-Innovationen auch einige ungewöhnliche Trends ab:

- 5G: Über die Vorzüge des nächsten Datennetzes mit seinen schnellen Durchsatzgeschwindigkeiten und extrem kurzen Reaktionszeiten spricht die Branche schon seit Jahren. Jetzt will sie die Neuerungen greifbar machen.

So zeigt der japanische Telekom-Konzern Docomo in Barcelona einen Roboter, der über das 5G-Netz angebunden praktisch ohne Verzögerung die Bewegungen eines Menschen wiederholt. Nach ein paar Gesten zum Aufwärmen malt der Roboter Hieroglyphen und einen Drachen. Der Mensch, der ihn mit seinen eigenen Bewegungen steuert, sieht dabei in einer VR-Brille das Bild aus den Kameraaugen des Roboters.

- VR und AR: Diverse Unternehmen zeigten in diesem Jahr auf dem Mobile World Congress, wie man virtuelle Realität (VR) und um künstliche Inhalte ergänzte Realität in der Praxis einsetzen kann. Der Beratungskonzern Accenture brachte ein System mit, mit dem die Reaktionen von Menschen auf Fahrten in Roboterwagen erforscht werden. Dabei geht es um Situationen wie Beinahe-Unfälle oder Fahrfehler der Software - also solche, die man eher im Labor als auf der Straße durchleben sollte. Die Nutzer werden nicht nur zu ihren Emotionen befragt, Sensoren unter anderem im Sitz registrieren auch ihre Körperhaltung - auch, damit die Inneneinrichtung des Autos im Ernstfall richtig reagieren kann. Die französische Firma SimforHealth zeigt in Barcelona eine virtuelle Anwendung, mit der Ärzte eine Operation am offenen Herzen üben können.

- DESIGN: Die Messe in Barcelona ist auch ein Schaufenster der Trends im Smartphone-Design. Und hier zeichnen sich ganz klar ab: Der Rahmen um die Bildschirme ist am verschwinden. Viele Hersteller folgen der Linie des Marktführers Samsung, nur noch schmale Streifen am oberen und unteren Rand übrig zu lassen - oben für Kamera und Lautsprecher, unten vor allem für die Symmetrie. Zum Renner in Asien wurde aber auch die viel kritisierte Apple-Lösung, die Sensoren am oberen Rand in eine Aussparung in der Mitte zu packen - daneben aber noch Bildschirm-Ecken zu lassen, die wie Ohren oder Hörner aussehen. In Barcelona zeigte mindestens ein halbes Dutzend Hersteller solche Display-Lücken, die sie technisch gar nicht brauchen.

- KÜNSTLICHE INTELLIGENZ: Ohne das Schlagwort des Jahres kam in Barcelona kaum eine Präsentation aus. Vor allem steht bisher die Kamera im Mittelpunkt: Software soll erkennen, was sie sieht und dem Nutzer zusätzliche Informationen liefern oder zum Beispiel die Aufnahme-Einstellungen darauf anpassen. Auch eine Übersetzung von Text in fremden Sprachen ist zum Beispiel in Samsungs neuem Top-Modell Galaxy S9 vorgesehen, das in Barcelona vorgestellt wurde.

- RETRO ZIEHT: Vor einem Jahr bekam der Hersteller HMD Global, der die Nokia-Markenrechte hält, viel Aufmerksamkeit für seine aufgefrischte Version des legendären Einfach-Handys Nokia 3310 aus den 90er Jahren. Das Retro-Gerät verkaufte sich laut HMD trotz der Smartphone-Dominanz in «hohen Millionen-Stückzahlen» und jetzt legte die Firma nach und ließ das Schiebe-Handy 8110 zurückkehren, das man einst im «Matrix»-Film sehen konnte.



Thema des Tages

Deutscher Rundfunkbeitrag ist rechtens

Luxemburg (dpa) - Prozesse um den Rundfunkbeitrag hat es schon einige gegeben. Bundesverwaltungsgericht und Bundesverfassungsgericht haben bereits entschieden, er sei rechtens. Dem hat sich der Europäische Gerichtshof (EuGH) nun angeschlossen. »weiter
Lesen Sie auch:
  • EU will angeschlagener May helfen - aber nur mit Worten
  • Druck wächst bei der Suche nach dem Straßburger Attentäter
  • Mindestens neun Tote nach Zugunglück in Ankara
  • Computer

    YouTube-Jahresrückblick knackt Negativrekord

    Berlin (dpa) - Eigentlich soll der Jahresrückblick von YouTube eine Art Dankeschön an die Community sein. Doch in diesem Jahr erlebte die Videoplattform mit dem Video-Zusammenschnitt eine Bauchlandung. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Datenschutz-Klage gegen Facebook vor dem BGH
  • Deutsches Leistungsschutzrecht nicht anwendbar
  • Apple steckt eine Milliarde Dollar in neuen US-Standort


  • Wissenschaft

    Leben von 1,7 Millionen Neugeborenen können gerettet werden

    Genf (dpa) - Der Tod von 1,7 Millionen Neugeborenen könnte nach einer UN-Studie jedes Jahr mit richtiger medizinischer Versorgung verhindert werden. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Mehr extreme Niederschläge und Trockenheit wegen Klimawandel
  • Schnellste Bewegung: Ameisen schnappen ultraschnell
  • Hilfe in der Plätzchenzeit
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 10.921,50 -0,07%
    TecDAX 2.545,00 -0,74%
    EUR/USD 1,1352 -0,16%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation