Computer und Co.
12.02.2018

Google führt bei seinem Chrome-Browser Werbefilter ein

Mountain View (dpa) - Per Werbefilter gegen Werbeblocker - so lässt sich in etwa eine neue Strategie von Google beschreiben. Damit nicht noch mehr Nutzer einen Adblocker herunterladen, will der US-Gigant auf seinem Browser Chrome besonders nervige Werbung sperren.

Am Donnerstag geht ein moderater Adblocker an den Start, der beispielsweise automatische abspielende Videos stoppt oder Pop-Ups aussortiert.

Das mag etwas unlogisch klingen für ein Unternehmen, das jährlich Milliarden Dollar an Werbegeldern einspielt. «Kurzfristig ziehen wir daraus keinerlei Nutzen», erklärte Google-Manager Michael Todd. Vielmehr gehe es um eine längerfristige Strategie. Also darum, zu verhindern, dass immer mehr Nutzer einen Adblocker installieren, mit dem sich die Online-Werbung komplett ausblenden lässt. Laut dem Adblock Report von Februar 2017 waren bereits vor einem Jahr 615 Millionen Adblocker weltweit installiert - Tendenz steigend.

Kritiker fürchten, dass Google mit seinem Filter seine ohnehin schon mächtige Stellung im Werbegeschäft weiter ausbaut. Immerhin betreibt der Konzern einen milliardenschweren Anzeigenmarkt im Internet. Und der hauseigene Produkt Chrome ist mit einem Marktanteil von rund 56 Prozent der mit Abstand meistgenutzte Browser weltweit.

Der Konzern argumentiert, dass er nicht alleine darüber bestimme, welche Werbung aussortiert wird. Vielmehr halte man sich an die Better Ad Standards, also an Regeln, die von der «Coalition for Better Ads» aufgestellt wurden. Das ist eine Branchenvereinigung, zu der neben Google beispielsweise auch Microsoft, die «Washington Post» oder der Axel-Springer-Verlag gehören.

Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) betrachtet die Marktmacht von Google jedoch mit Sorge. «Hier wird der Gatekeeper mit der Filterung der «Bad Ads» noch mehr zum Entscheider darüber, wer welche Anzeigen schalten kann und damit Geld verdient», heißt es in einem Statement. «Google hat das entscheidende Wort und auch die Kraft zur Umsetzung.» Das gehe über Log-Ins, Betriebssysteme und Browser, erklärte der Verband, der mehr als 500 Verlage vertritt. «Chrome ist ein ganz zentraler Teil in der Strategie von Google, die Werbemärkte zu beherrschen.»



Thema des Tages

Merkel warnt vor «Nationalismus in reinster Form»

Berlin (dpa) - In einer engagierten Rede hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor wachsendem Nationalismus gewarnt und den umstrittenen UN-Migrationspakt verteidigt. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Fällt Merkel der Migrationspakt doch noch auf die Füße?
  • Stimmen Weidels Behauptungen über die CDU-Spendenaffäre?
  • Ex-Pfleger Högel äußert sich zu mutmaßlich ersten Taten
  • Computer

    Zuckerberg will Verwaltungsratsvorsitz nicht abgeben

    Menlo Park (dpa) - Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat nach dem jüngsten Skandal um das weltgrößte Online-Netzwerk bekräftigt, dass er trotz aller Kritik den Vorsitz im Verwaltungsrat behalten will. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Bericht: iPhone-Fertiger Foxconn plant massive Sparmaßnahmen
  • Sechs Kamera-Objektive in Samsungs nächstem Top-Smartphone
  • Google kündigt fünftes Rechenzentrum in Europa an


  • Wissenschaft

    Videospiele in Pflegeheimen sollen Gesundheit fördern

    Kiel (dpa) - Pflegebedürftige Menschen sollen mit speziell dafür entwickelten Videospielen ihr Gedächtnis und ihre Beweglichkeit trainieren. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Termitenhügel überdauern Jahrtausende
  • Toter Wal mit sechs Kilo Plastik im Bauch gefunden
  • Schnuller dürfen notfalls abgeleckt werden
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 11.263,50 +1,78%
    TecDAX 2.527,75 +1,93%
    EUR/USD 1,1401 +0,30%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation