Computer und Co.
06.12.2017

YouTube zieht sich von Amazon-Geräten zurück

Mountain View/Seattle (dpa) - Ein geschäftlicher Streit zwischen YouTube und Amazon zieht zunehmend die Nutzer in Mitleidenschaft. Die Google-Videoplattform zieht ihre App nun auch von Amazons Fernsehbox Fire TV zurück.

Außerdem wird die Anwendung das Gerät Echo Show verlassen - einen smarten Lautsprecher mit Display, auf den sie gerade erst wieder zurückgekehrt war. Amazon kündigte an, die Nutzer würden nun direkt auf die YouTube-Website geleitet.

YouTube erklärte das Vorgehen am späten Dienstag mit einer Benachteiligung durch den weltgrößten Online-Händler. So habe Amazon Google-Geräte wie den Streaming-Stick Chromecast und den Lautsprecher Google Home nicht im Sortiment und habe aufgehört, einige Produkte von Googles Smarthome-Marke Nest zu verkaufen. Außerdem sei Amazons Streamingdienst Prime Video nicht für Nutzer der Plattform Google Cast verfügbar.

Amazon konterte: «Google schafft einen enttäuschenden Präzedenzfall, indem es selektiv den Kundenzugang zu einer offenen Website blockiert.» Man hoffe, schnellstmöglich eine Lösung zu finden. Erstmals bekamen Verbraucher den Konflikt im September zu spüren, als die YouTube-App vom Echo Show verschwand. Im November kehrte sie dann zumindest in den USA wieder zurück - in Deutschland war die Anwendung auf dem Echo Show nie integriert worden, so dass von Googles Rückzug hierzulande nur das Fire TV betroffen ist.

Amazon war bereits in einen ähnlichen Streit mit Apple verwickelt. Apples Fernsehbox Apple TV verschwand 2015 von der Plattform des Online-Händlers. Und Amazons Video-Service war nicht auf dem Gerät des iPhone-Konzerns verfügbar. Im Sommer wurde eine Einigung bekanntgegeben und am Mittwoch tauchte schließlich Amazons Video-Angebot schließlich auf dem Apple TV auf.

Verärgerte Verbraucher gab es auch 2012, als die YouTube-App von Apples iPhones verschwand. Sie gehörte seit dem Start des Apple-Handys zum Grundstock der Anwendungen. Die ursprüngliche Version der App wurde bei Apple entwickelt - Google verlängerte jedoch die Lizenz nicht und brachte einige Wochen später eine hauseigene Anwendung auf die Plattform.

Bei Konflikten dieser Art geht es oft zum Beispiel um die Auswertung von Daten oder das Nutzererlebnis - etwa, dass von einem YouTube-Algorithmus immer weitere Videos vorgeschlagen werden. So konkurrieren Google und Amazon direkt als Anbieter sowohl von Geräten als auch Diensten. Unter anderem treten ihre vernetzten Lautsprecher und Streaming-Gadgets direkt gegeneinander an.



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    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation