Thema des Tages
16.08.2017

Air Berlin: Müssen «business as usual» hinbekommen

Berlin (dpa) - Nach dem Insolvenzantrag der Air Berlin treibt der Düsseldorfer Jurist Frank Kebekus als Generalbevollmächtigter den Umbau voran.

«Wir haben eine einfache Zielsetzung: Wir möchten möglichst viel, was zusammenpasst und sich beim Käufer einfügt, an seriöse Unternehmen abgeben», sagte Kebekus der Deutschen Presse-Agentur. Es gehe nun darum, das Unternehmen weiter zu stabilisieren. «Wir müssen so weit wie möglich business as usual hinbekommen.» Vertrauen müsse wieder aufgebaut werden.

Das Insolvenzverfahren für Air Berlin beginnt nach Erwartung der Airline am 1. November. Die Beschäftigten sollen aber im August, September und Oktober wie gewohnt ihr Gehalt bekommen. «Damit sie nicht bis zum November warten müssen, finanzieren wir das Insolvenzgeld mit einer Bank vor», sagte Kebekus.

Air Berlin hatte am Dienstag Insolvenz angemeldet, weil Großaktionär Etihad die Verluste des Unternehmens nicht mehr ausgleichen will. «Wenn uns jetzt nicht der Himmel auf die Füße fällt, müssten wir bis Ende November/Anfang Dezember mit der Liquidität hinkommen», sagte Kebekus. Dabei sei eingerechnet, dass weniger Tickets verkauft werden könnten als zuletzt. «Eine Insolvenz ist ja nicht gerade imagefördernd.»

Der Generalbevollmächtigte glaubt nicht, dass nun viele der 8600 Beschäftigten abspringen. «Bei allem Ärger gibt es sicher eine gewisse Loyalität in der Air Berlin. In schweren Zeiten zeigt sich, wer zu einem steht.»

Noch ist offen, ob mögliche Käufer von Teilen der Airline ganze Betriebe samt Personal übernehmen oder ob sich Mitarbeiter neu bewerben müssen - was Gehaltseinbußen bedeuten könnte. «Meine Absicht ist ein höchstmöglicher Schutz für die Arbeitnehmer», sagte Kebekus. «Aber es muss auch in das wirtschaftliche Konzept des Übernehmers passen.»

Der Jurist Kebekus führt mit Vorstandschef Thomas Winkelmann auch die Verkaufsverhandlungen für die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft. Außer der Lufthansa nannte Kebekus keine Kaufinteressenten, sagte aber: «Wir haben mehr als zwei Verhandlungspartner.»

Die Flugrechte der Air Berlin lassen sich nicht einzeln zu Geld machen. «Slots sind nicht veräußerbar», sagte der Generalbevollmächtigte. «Flugzeuge, Crews, Routen, darüber reden wir. Die Slots hängen daran.» Aus Kebekus' Sicht ist Air Berlin für andere Airlines attraktiv: «In einem der wirtschaftlich stärksten Länder der Welt die zweitstärkste Airline zu sein, ist schon ein Wort.»

Käufer müssten nicht die Schulden Air Berlin übernehmen. «Was ich aus den Kaufverträgen einnehme, verteile ich an die Gläubiger», sagte er.



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    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation