Computer und Co.
10.08.2012

Yahoo-Chefin verärgert Aktionäre

Marissa Mayer, die ehemalige Google-Spitzenmanagerin, hatte Mitte Juli das Ruder bei Yahoo übernommen. Foto: Google/Archiv

Sunnyvale (dpa) - Yahoo-Chefin Marissa Mayer stößt nur drei Wochen nach ihrem Amtsantritt die bereits leidgeprüften Aktionäre vor den Kopf. Möglicherweise müssen die Aktionäre auf die versprochenen Milliarden aus dem Verkauf des Yahoo-Anteils an der chinesischen Handelsplattform Alibaba verzichten.

Nach Schätzungen könnte es dabei um rund vier Milliarden Dollar gehen. Mayer stellte die Strategie des schwächelnden Internet-Unternehmens auf den Prüfstand und eine der Entscheidungen könnte sein, den Scheck aus China zu behalten, wie Yahoo am Donnerstag mitteilte. Die Aktie sackte ab.

Der Anteil von 40 Prozent an Alibaba galt schon lange als der wertvollste Posten in den Yahoo-Büchern. Die Chinesen wollten ihn schon lange zurückkaufen, um an die Börse gehen zu können. Nach jahrelangen Gesprächen wurde im Mai ein Deal ausgehandelt. Der Verkauf der halben Beteiligung soll mindestens 6,3 Milliarden Dollar in bar einbringen. Beinahe alles Geld, was nach Steuern übrig bleibt, war dabei den Aktionären versprochen worden - etwa in Form eines Aktienrückkaufs.

Yahoo erklärte jedoch nun in einer Börsenmitteilung, dass sich Mayer zusammen mit dem Verwaltungsrat die Wachstums- und Übernahmestrategie des Unternehmens anschaue, dazu den Restrukturierungsplan sowie die anvisierte Kapitalzuteilung und den Kassenbestand. Ziel sei es, langfristig Wert für die Anteilseigner zu schaffen. Oder im Klartext: Yahoo auf Vordermann zu bringen und damit den Aktienkurs zu steigern. Kurzfristig würden die Aktionäre aber in die Röhre schauen.

Die Investoren, die sich schon lange ärgern, weil der Kurs seit ungefähr vier Jahren unter 20 Dollar festhängt, reagierten entsprechend angesäuert. Die Aktie fiel vorbörslich um 4,75 Prozent. Der Abschluss des Verkaufs wird gegen November erwartet.

Die ehemalige Google-Spitzenmanagerin Mayer hatte Mitte Juli das Ruder bei Yahoo übernommen und muss nun die schleppend laufenden Geschäfte ankurbeln. Die 37-Jährige will das Internet-Urgestein wieder zu einer Innovationsmaschine machen, um gegen Rivalen wie Google oder Facebook bestehen zu können. Das aber kostet Geld und braucht Mitarbeiter. Wenn Mayer die Milliarden in der Kasse behalten würde, brächte ihr das zusätzliche Feuerkraft.

Das alte Management war noch auf Sparen eingestellt, weil die Haupteinnahmequellen von Yahoo vor sich hindümpeln: die grafischen Werbeanzeigen und der Verkauf von bevorzugten Platzierungen in der Trefferliste der Suchmaschine. Derzeit läuft ein Stellenabbau, dem die Jobs von 2000 der zuletzt 14 000 Beschäftigten zum Opfer fallen sollen. Dagegen hatten Google oder auch Facebook ihre Mannschaften bis zuletzt aufgestockt.

Wohin die Reise bei Yahoo nun genau geht, hat Marissa Mayer noch nicht verraten. Die Managerin ist ein Star im Silicon Valley und eines der bekanntesten Gesichter der Technologieszene überhaupt. Sie leitete bei Google die Internetsuche und später die Kartendienste. Sie erwartet im Oktober ihr erstes Kind.



Thema des Tages

Krönungstag in Wembley: Bayern oder Dortmund?

London (dpa) - Millionen Fans können den Anstoß kaum noch erwarten: Im ersten deutschen Finale der Champions League wird Europas Fußball-König gekrönt. Im Londoner Wembley-Stadion spielen Bayern München und Borussia Dortmund heute um die begehrteste Trophäe im Vereinsfußball. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Tropfnasse Berliner Fanmeile lockt nur wenige Fußballbegeisterte
  • BVB und Bayern in finaler Vorbereitung
  • Schwarz-Gelbes Meer und Lederhosen - Fans feiern in London
  • Computer

    Eine halbe Million Euro für Apple I-Computer

    Köln (dpa) - Einer der ersten Apple-Computer aus dem Jahr 1976 hat bei einer Auktion am Samstag gut eine halbe Million Euro eingebracht. Die 516 461 Euro sind ein neuer Rekord für einen Apple I, der Käufer aus Fernost wolle anonym bleiben, teilte das Kölner Auktionshaus Breker mit. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Telekom will besseren Schutz gegen Cyberangriffe anbieten
  • Bericht: Yahoo bietet für US-Videodienst Hulu mit
  • Petition für Netzneutralität nimmt Hürde für den Bundestag


  • Wissenschaft

    Nachwuchs höchst seltener Riesenschildkröte im Mekong ausgesetzt

    Phnom Penh (dpa) - Mit buddhistischem Segen sind 100 Mini-Exemplare einer schon ausgestorben geglaubten Art von Riesenweichschildkröten in Kambodscha in ein neues Leben gestartet. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Das ist bitter: Küchenschaben meiden Zuckerfallen
  • Ärger um Klon-Studie - US-Forscher: Nur simple Fehler
  • Forscher lüften das Geheimnis der weißen Tiger
  • Börse
    DAX
    DAX 8.347,50 -0,05%
    TecDAX 959,00 -0,21%
    EUR/USD 1,2932 ±0,00%

    Quelle: Deutsche Bank / Realtime Indikation