Computer und Co.
07.08.2012

Acer-Chef kritisiert Microsofts Tablet-Pläne

London (dpa) - Der südkoreanische Computerhersteller Acer befürchtet durch Microsofts neue Tablet-Pläne äußerst negative Auswirkungen auf die gesamte Computerbranche.

«Wir haben zu Microsoft gesagt, überlegt euch das noch einmal», sagte Acer-Chef JT Wang der «Financial Times» (Dienstagausgabe). Ein Tablet in Eigenregie des Softwarekonzerns werde einen riesigen negativen Effekt auf das Ökosystem der Computerbranche haben. «Es ist nichts, worin ihr gut seid.»

Unter dem Namen Surface will Microsoft im Oktober, zeitgleich mit dem Start seines neuen Betriebssystems Windows 8, erstmals in Eigenregie einen Tablet-Computer über einen Auftragsfertiger produzieren lassen und selbst vermarkten. Bislang waren die Bemühungen des Konzerns in diesem Feld eher wenig erfolgreich: Den Markt teilen sich Apple mit seinem iPad und Google, Lieferant des Betriebssystems Android.

Allerdings stehen auch Microsofts traditionelle Partner wie Acer, Lenovo, Asus, Sony oder Dell längst mit eigenen Windows-8-Tablets in den Startlöchern, die ebenfalls ab Oktober in den Handel kommen sollen. Die enge Partnerschaft der Hardware-Produzenten mit Software-Lieferant Microsoft sehen Branchenbeobachter nun allerdings gefährdet.

Acer diskutiere derzeit intern ausführlich, wie man auf die neue Konkurrenz durch Microsoft selbst reagieren solle, sagte Campbell Kan, der bei Acer für das weltweit PC-Geschäft zuständig ist, der Zeitung. «Wenn Microsoft tatsächlich ins Hardware-Geschäft einsteigt, was sollen wir tun? Sollen wir uns einfach weiter auf Microsoft verlassen, oder sollten wir andere Alternativen finden?»

Auf der anderen Seite ist das neue Betriebssystem Windows 8 die große Hoffnung der kriselnden PC-Branche, die wieder frischen Wind ins Geschäft bringen soll. Microsoft-Chef Steve Ballmer spielte die Bedeutung des Surface unterdessen herunter und betonte, man wolle ja lediglich die Windows-Software stärken. Kurz nach der Ankündigung hatte Acer-Gründer Stan Shih die Ambitionen von Microsoft allerdings auch als Versuch gewertet, lediglich Windows 8 zum Erfolg zu verhelfen und nicht dauerhaft in die Hardwareproduktion einzusteigen.



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