Computer und Co.
07.08.2012

Deutsche Telekom schielt auf Kabelnetzgeschäft

Logo der Deutschen Telekom Zentrale in Bonn. Foto: Oliver Berg / Archiv

Bonn (dpa) - Die Deutsche Telekom erwägt wegen der scharfen Konkurrenz durch die deutschen Kabelnetzbetreiber nun auch einen Einstieg in dieses Geschäft. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Branchenkreisen am Dienstag erfuhr, prüft das Unternehmen eine Übernahme des Kabelnetzbetreibers Primacom.

Zuvor hatte schon die «Financial Times Deutschland» berichtet, dass der Bonner Riese an dem Kabelnetzbetreiber interessiert ist. Danach sollen mindestens vier Investoren Ende Juli Gebote für Primacom abgegeben haben. Die Telekom wollte den Bericht nicht kommentieren.

Zu den weiteren Bietern gehören dem Bericht zufolge der Investor Star Capital Partners, DTK Deutsche Telekabel sowie ein weiterer unbekannter Finanzinvestor. Star Capital besitze bereits den deutschen Kabelnetzbetreiber Pepcom. Im Frühjahr hatte die Deutsche Telekom auch auf den Anbieter Telecolumbus ein Auge geworfen.

Eigentümer von Primacom sind die Finanzinvestoren Alcentra Europe, Avenue Capital, Tennenbaum Capital Partners sowie sowie der Bank ING. Die ehemaligen Gläubiger hatten das Unternehmen nach einem Machtkampf mit den damaligen Besitzern im Jahr 2010 übernommen.

Die Deutsche Telekom musste vor mehr als 10 Jahren ihr Kabelnetz aus Wettbewerbsgründen verkaufen. In den Folgejahren modernisierten die Erwerber die Netze und bauten sie zu einer leistungsfähigen Infrastruktur aus. Mit preisgünstigen Angeboten für Telefonie, schnelles Internet und TV-Dienste locken die Kabelnetzbetreiber immer mehr Kunden in ihr Netz.

Dem Zeitungsbericht zufolge soll die Telekom zwischen 250 Millionen und 280 Millionen Euro für Primacom geboten haben. Die letzten bekannten Geschäftszahlen von Primacom stammen aus dem Jahr 2010. In dem Jahr hatte das Unternehmen Umsatzerlöse von 108 Millionen Euro und ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von knapp 28 Millionen Euro erwirtschaftet. Primacom gehört mit 1 Million angeschlossenen Haushalten, hauptsächlich in den neuen Bundesländern und Berlin, zu den kleineren Anbietern der Branche. Marktführer sind Kabel Deutschland und Unitymedia KabelBW.



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    Quelle: Deutsche Bank / Realtime Indikation