Computer und Co.
18.06.2012

Mutmaßliche Internet-Betrüger packen vor Gericht aus

Augsburg (dpa) - Einen groß angelegten Betrug mit falschen Online-Shops haben drei der vier Angeklagten in einem Prozess um tausendfache Internet-Kriminalität gestanden.

Ein Krankenpfleger aus dem nordrhein-westfälischen Bergisch Gladbach gab am Montag vor Gericht in Augsburg zu, für die Bande solche Einkaufsplattformen eingerichtet zu haben.

Ein 23-jähriger Mann aus Essen, der den anderen Beschuldigten zufolge der Drahtzieher war, schwieg dagegen am Montag vor dem Landgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, zu Betrugszwecken rund 190 Online-Shops eingerichtet zu haben. Mehrere Jahre lang sollen sie gegen Vorkasse Waren im Wert von mehr als 1,1 Millionen Euro verkauft haben - ohne die Artikel jemals zu liefern. Es geht um rund 2050 Fälle.

Die gesamte Dimension des Internet-Betrugs habe er nicht gekannt, sagte der Krankenpfleger, er sei aber früh misstrauisch geworden. «Eigentlich war es von Anfang an schon sehr komisch», sagte der 36-Jährige. Seine Bezahlung habe ihn blind gemacht. «Es war wie eine Art Droge.» Endlich habe er seine Schulden zurückzahlen und sich größere Anschaffungen leisten können, sagte er mit tränenerstickter Stimme. Das Geld habe er mal von dem 23 Jahre alten Angeklagten bekommen, mal sei es für ihn an vereinbarten Orten deponiert gewesen.

Die Anklage lautet unter anderem auf banden- und gewerbsmäßigen Betrug, Datenfälschung und Ausspähung von Daten. Die Verlesung der Anklageschrift dauerte am zweiten Verhandlungstag rund eine Stunde. Im Mai 2011 hatte es eine bundesweite Durchsuchungsaktion und Festnahmen gegeben. Den Angeklagten wird auch vorgeworfen, Bankkunden ihre Kontodaten samt Pin für Online- und Telefonbanking entlockt zu haben. So sollen sie in 117 Fällen insgesamt mehr als 200 000 Euro abgebucht haben.

Eine 30 Jahre alte Angeklagte aus Steinheim in Nordrhein-Westfalen sagte ebenfalls umfassend aus. Sie gab zu, Online-Shops gestaltet und Daten eingepflegt zu haben - obwohl ihr am Ende klar gewesen sei, dass gar keine Waren ausgeliefert würden. Ihr Ex-Freund sagte, für das Erstellen der Online-Shops habe er rund 40 000 Euro in bar und ein teures Auto bekommen. 30 bis 40 Shops habe er im Netz eingerichtet - im Wissen, dass er sich damit strafbar mache.



Thema des Tages

Mindestens 24 Tote bei Tornado in Oklahoma

Washington (dpa) - Die Warnung kam nur eine Viertelstunde, bevor der gigantische Tornado zuschlug. Mit Tempo 300 rast er über einen Vorort von Oklahoma City. Viele Menschen sterben, unter ihnen Grundschulkinder. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Nach Tornado: US-Stadt in Trümmern und 24 Menschen tot
  • Stichwort: Tornados
  • Stunde Null in US-Kleinstadt Moore
  • Computer

    Microsoft zeigt erste Details seiner neuen Xbox One

    Seattle/Berlin (dpa) - Microsofts nächste Spielekonsole heißt Xbox One. Am Dienstagabend präsentierte der Softwarekonzern erste Details in Seattle. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Yahoo macht New York zu neuem Standbein
  • SAP stellt bis 2020 Hunderte Autisten ein
  • Tumblr-Gründer Karp - der spartanische Internet-Tycoon


  • Wissenschaft

    Neues vom Raubsaurier: Allosaurus schlug zu wie ein Falke

    Athens (dpa) Nicht alle Raubsaurier jagten gleich. Der Allosaurus schlug seine Beute vor rund 150 Millionen Jahren wahrscheinlich mit einer schnellen, hackenden Kopfbewegung - ähnlich wie ein heutiger Falke. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Klinik setzt Geh-Roboter für Gelähmte ein
  • Erstmals wieder Wisent-Baby in freier Wildbahn geboren
  • Amerikanische Zikadenart kann deutsche Weinstöcke bedrohen
  • Börse