Computer und Co.
04.06.2012

Kaspersky leitet Flame-Virus auf eigene Server um

Moskau/Berlin (dpa) - Im Kampf gegen den Computer-Virus Flame haben Fachleute des russischen Antivirus-Unternehmens Kaspersky Lab nun eine virtuelle Quarantäne eingerichtet, in der von Flame ausspionierte Daten landen.

In Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Internet-Provider GoDaddy und dem Dienst OpenDNS werden die Zieladressen von Flame in ein «Sinkhole» (Senkgrube) umgeleitet, um den Forschern die Analyse des Computer-Schädlings zu ermöglichen, kündigte Kaspersky am Montag an.

Die Zieladressen (Domains) der sogenannten «C&C-Server» (Command-and-Control-Server) von Flame seien durchweg unter gefälschten Identitäten angemeldet worden, sagte Virenanalyst Magnus Kalkuhl der Nachrichtenagentur dpa.

Flame war in den vergangenen Monaten von Kaspersky Lab entdeckt worden. Das Schadprogramm kann das Mikrofon des Rechners einschalten und Gespräche belauschen, Bildschirminhalte und Tastatureingaben aufzeichnen sowie das Datennetzwerk ausspähen. Den regionalen Schwerpunkt machte Kaspersky im Iran, Nahen Osten und Nordafrika aus. «Die Komplexität und Funktionalität der neu entdeckten Schadsoftware übersteigt die aller bislang bekannten Cyber-Bedrohungen», sagte Firmen-Chef Eugene Kaspersky. Er setzte Flame in eine Reihe mit dem Schädling Stuxnet, der bestimmte Industrieanlagen-Module von Siemens angreift und vermutlich zur Sabotage der Atomprogramme im Iran eingesetzt wurde.

Ein erster Vergleich mit dem «kleinen Stuxnet-Bruder» Duqu habe ergeben, dass Flame sehr unterschiedlich programmiert worden sei, sagte Kalkuhl. Daher stamme Flame vermutlich aus einer anderen Quelle als Duqu. Die Angriffe mit dem Computerwurm Stuxnet auf iranische Atomanlagen sollen nach einem Bericht der «New York Times» vom amerikanischen Präsidenten Barack Obama angeordnet worden sein. In diesem Zusammenhang war auch darüber spekuliert worden, ob nicht auch Flame im staatlichen Auftrag programmiert und in Umlauf gebracht worden ist.



Thema des Tages

Optimismus der Verbraucher ungebrochen

Nürnberg (dpa) - Die Euro-Zone steckt in der Rezession, doch die deutschen Verbraucher sind seit Monaten in extrem guter Stimmung. Jetzt steigt der Optimismus noch einmal spürbar. Grund sind vor allem die guten Rahmenbedingungen im Inland. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Mini-Wachstum zum Jahresauftakt
  • Verbraucherstimmung in Deutschland verbessert sich kräftig
  • Hintergrund: Der ifo-Index
  • Computer

    Google treibt Programmiersprache Go voran

    Menlo Park (dpa) - Das Internet-Unternehmen Google hat eine neue Version seiner Programmiersprache Go eingeführt, die eine beschleunigte Ausführung von damit erstellter Software verspricht. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Petition für Netzneutralität nimmt Hürde für den Bundestag
  • Wirbel um angebliches Verbot von russischer Facebook-Kopie VKontakte
  • Kein US-Importverbot für Microsofts Xbox


  • Wissenschaft

    Das ist bitter: Küchenschaben meiden Zuckerfallen

    Washington (dpa) Seit einigen Jahren lassen sich Küchenschaben mit herkömmlichen Fressfallen nicht mehr so gut bekämpfen wie sonst. US-Forscher haben nun herausgefunden, warum das so ist. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Ärger um Klon-Studie - US-Forscher: Nur simple Fehler
  • Forscher lüften das Geheimnis der weißen Tiger
  • Winziger Frosch gehört zu «zehn skurrilsten Entdeckungen» von 2012
  • Börse
    DAX
    DAX 8.287,00 -0,78%
    TecDAX 956,50 -0,47%
    EUR/USD 1,2963 +0,24%

    Quelle: Deutsche Bank / Realtime Indikation