Computer und Co.
17.05.2012

Bei vielen Ebay-Geschäften droht Umsatzsteuerpflicht

München (dpa) - Wer regelmäßig in Internet in größerem Umfang Gegenstände verkauft, muss dafür möglicherweise auch Mehrwertsteuer (Umsatzsteuer) ans Finanzamt zahlen.

Der Bundesfinanzhof (BFH) in München hat entschieden, dass beim Verkauf einer Vielzahl von Waren über Jahre hinweg eine «nachhaltige, unternehmerische und damit umsatzsteuerpflichtige Tätigkeit» vorliegen kann. Bei dem Prozess sei es um ein Ehepaar gegangen, das über Ebay Modelleisenbahnen, Puppen, Porzellan, Briefmarken oder auch Software verkauft habe, teilte der BFH am Mittwoch mit.

Das Paar hatte die Waren seit Ende 2001 angeboten. Bei Ebay gab es an, es handle sich um Privatverkäufe. Die Eheleute meldeten die Geschäfte zwar nicht beim Finanzamt, Steuerfahnder wurden aber darauf aufmerksam und werteten den Internet-Handel als unternehmerische Tätigkeit. Daraufhin erließ das Finanzamt Bescheide für Umsatzsteuerzahlungen für die Jahre 2003 bis 2005. In dieser Zeit hatte das Paar bei 841 Verkäufen etwa 83 500 Euro erzielt - das Finanzamt verlangte rund 11 500 Euro Umsatzsteuer.

Dagegen hat das Ehepaar erfolglos geklagt. Die Verkäufer hatten argumentiert, dass es nur um die Auflösung ihrer Sammlungen und somit um ihr Privatvermögen gegangen sei. Damit konnten sie sich weder beim Finanzgericht in erster Instanz noch beim BFH durchsetzen. Die Münchner Bundesrichter argumentieren, dass es nicht darauf ankomme, ob die Eheleute schon beim Kauf der Sammlergegenstände an den Wiederverkauf gedacht haben oder nicht. Wesentlich sei auch, dass die Ebay-Verkäufer wie ein Händler «aktive Schritte zum Vertrieb der Gegenstände» unternommen hätten.

Der BFH verwies den Fall an das zunächst zuständige Gericht zurück, das noch Details klären muss. So ist noch unklar, ob bei manchen Geschäften statt des normalen Umsatzsteuersatzes (19 Prozent) der reduzierte von 7 Prozent berechnet werden muss.



Thema des Tages

Optimismus der Verbraucher ungebrochen

Nürnberg (dpa) - Rezession, Schuldenkrise und Sparzwang dominieren den Alltag vieler Menschen in Europa. Die Deutschen jedoch lässt die Krisenstimmung ziemlich kalt: Das Geld sitzt locker. Besser als heute war die Konsumstimmung hierzulande das letzte Mal im Spätsommer 2007. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Hintergrund: Was ist das Bruttoinlandsprodukt?
  • Analyse: Der Aufschwung rückt näher
  • Verbraucher in Bestlaune schieben Konjunktur an
  • Computer

    Petition für Netzneutralität nimmt Hürde für den Bundestag

    Berlin (dpa) - Mehr als 50 000 Menschen haben eine Petition für ein Gesetz unterzeichnet, das Netzanbieter zur einheitlichen Weiterleitung aller Datenpakete im Internet verpflichten soll. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Streit ums E-Government: Post schreibt an Ministerpräsidenten
  • Analyse: Facebook-Nachahmer VKontakte unter Druck
  • Google treibt Programmiersprache Go voran


  • Wissenschaft

    Nachwuchs höchst seltener Riesenschildkröte im Mekong ausgesetzt

    Phnom Penh (dpa) - Mit buddhistischem Segen sind 100 Mini-Exemplare einer schon ausgestorben geglaubten Art von Riesenweichschildkröten in Kambodscha in ein neues Leben gestartet. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Das ist bitter: Küchenschaben meiden Zuckerfallen
  • Ärger um Klon-Studie - US-Forscher: Nur simple Fehler
  • Forscher lüften das Geheimnis der weißen Tiger
  • Börse