Computer und Co.
15.05.2012

Streit ums Urheberrecht: Politik räumt Versäumnisse ein

Der Streit um das bisherige Urheberrecht im Internet-Zeitalter eskaliert. Foto: Oliver Berg / Illustration

Berlin (dpa) - Die jüngste Eskalation im Streit ums Urheberrecht ist nach Einschätzung des SPD-Netzpolitikers Lars Klingbeil auch in Zusammenhang mit Versäumnissen der Politik zu sehen.

«Politik kommt zu spät», sagt der netzpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion am Dienstag im Deutschlandradio Kultur. Die Untätigkeit in diesen Fragen dauere nun schon seit drei Jahren an. «Da sind wir unserer Verantwortung nicht nachgekommen», räumte Klingbeil ein.

Bereits für die kommende Woche kündigte er konkrete Vorschläge seiner Partei zur Reform des Urheberrechts an. Dabei solle der Schwerpunkt auf die Bekämpfung illegaler Plattformen gelegt werden. Hier müsse es eine bessere internationale Kooperation geben, forderte der Abgeordnete. Außerdem sollten die Internet-Provider stärker in die Verantwortung genommen werden. Warnhinweismodelle oder eine Sperrung des Internetzugangs bei Verstößen gegen das Urheberrecht seien mit der SPD nicht zu machen.

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Renate Künast, kündigte am Dienstag ein Rechtsgutachten zum Modell der Kultur-Flatrate an. Eine solche Abgabe, etwa zusammen mit der Gebühr für den Internetzugang erhoben, könnte dann an die Urheber von kreativen Werken im Netz ausgeschüttet werden. «Wir wollen das Urheberrecht fit machen für die digitale Gesellschaft», schrieb Künast in einer E-Mail an die Nachrichtenagentur dpa. «Wir wollen mit einem Rechtsgutachten prüfen lassen, ob eine Kulturflatrate ein Baustein für ein gerechteres Urheberrecht sein kann.»



Thema des Tages

Assad rechnet mit Militärintervention des Westens

Damaskus (dpa) - Russland und die USA wollen die syrischen Bürgerkriegsparteien zu Verhandlungen zwingen. Doch Assad glaubt nicht, dass dies den Konflikt beenden wird. Er rechnet eher mit einer Militärintervention. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Assad: Syrien-Friedenskonferenz ohne Chance
  • Syrien gleicht einem Schlachthaus - Foltermethoden wie im Mittelalter
  • Dutzende Tote in syrischer Provinz Homs
  • Computer

    WHS-Stiftung stellt Förderung von Wikileaks weitgehend ein

    Hamburg (dpa) - Die deutsche Wau-Holland-Stiftung (WHS) hat die finanzielle Förderung der umstrittenen Enthüllungsplattform Wikileaks drastisch zurückgefahren. Das geht aus dem Transparenz-Bericht der Stiftung hervor, der am Montag online veröffentlicht wurde. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Yahoo kauft Tumblr-Blogs: «Wir versprechen, es nicht zu versauen»
  • «Focus»: WhatsApp legt in Deutschland rasant zu
  • Hacker schlugen jetzt auch bei «Financial Times» zu


  • Wissenschaft

    WHO warnt vor Gefahren durch neue Viren

    Genf (dpa) - Zehn Jahre nach der Sars-Epidemie mit mehr als 800 Toten hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor Risiken durch neue Viren gewarnt. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Studie: Erde erwärmt sich langsamer als bisher berechnet
  • Natur und Zucht: Karpfenrassen sind unterschiedlich risikobereit
  • Mini-Zoo aus dem All wieder auf der Erde
  • Börse