Computer und Co.
11.05.2012

Microsoft verzahnt Internetsuche Bing mit Facebook

Berlin (dpa) - Microsoft will mit seiner Suchmaschine Bing die Internet-Suche neu erfinden. Dafür setzt das Unternehmen auf die Attraktivität Sozialer Netzwerke. Die Suchergebnisse sollen künftig enger mit Facebook verzahnt werden, außerdem sollen neue Algorithmen die Treffer spürbar verbessern.

Bislang hatte Bing Einträge in Facebook mit in die Trefferliste integriert, was Nutzer allerdings vielfach unübersichtlich fanden. Das Update ist die bislang größte Veränderung seit dem Marktstart vor knapp drei Jahren.

Bei der Netzsuche gehe es längst nicht mehr darum, nur bestimmte Informationen zu finden, sondern auch Aktionen zu planen - etwa Schuhe zu kaufen oder einen Flug zu buchen, erläutert das Bing-Team bei Microsoft in einem Blogeintrag. Und dafür würden die Ratschläge und Meinungen von Freunden und Bekannten meist als wichtiger eingestuft als anonyme Informationen. Tatsächlich würden rund 90 Prozent der Nutzer für viele Entscheidungen in erster Linie den Rat ihrer Freunde suchen.

Die Ergebnisseite ist nun in drei Spalten gegliedert. Neben der Trefferliste und einer Liste etwa mit lokalen Diensten wie Restaurantempfehlungen soll der Nutzer über eine dritte Spalte direkt auf sein persönliches Netzwerk von Facebook zugreifen können. Darüber kann er veröffentlichen, was er gerade sucht und gezielt Fragen an seine Freunde stellen. Die Suchmaschine wertet zuvor über die «Like»-Angaben in der Freundesliste diejenigen aus, die potenziell die besten Ratschläge geben könnten. Die Facebook-Freunde wiederum könnten jedoch nur die Daten sehen, die sie auch direkt über das Facebook-Profil einsehen könnten, betont Microsoft.

Microsoft hat seine Suchmaschine Bing 2009 als Nachfolgerin seines Live Search an den Start gebracht, konnte dem Marktführer Google trotz millionenschwerer Investitionen bislang jedoch nicht viel anhaben. Nach jüngsten Messungen des Marktforschungsunternehmens Comscore lag der Marktanteil von Bing in den USA zuletzt im Januar bei 15,2 Prozent der Suchanfragen, Google führte mit 66,2 Prozent den Markt weiterhin deutlich an. In Deutschland war Bing erst im Januar offiziell in den Regelbetrieb getreten.

Dabei liefere Bing nun deutlich relevantere Suchergebnisse als der Rivale, macht Microsoft geltend. Der Konzern hatte einen anonymisierten Vergleichstest durchgeführt, bei dem die Probanden Ergebnis-Listen bewerten sollten, ohne zu wissen, von welcher Suchmaschine sie generiert wurden. Dabei habe sich herausgestellt, dass Nutzer inzwischen zu 43 Prozent die Resultate von Bing bevorzugten, während nur noch 28 Prozent der Nutzer die Ergebnisse von Google präferierten. Bei der gleichen Studie im Januar sei Bing noch auf 34 Prozent gegenüber 38 Prozent für Google gekommen.

Die neuen Funktionen und das Redesign wird in den kommenden Tagen zunächst in der amerikanischen Version von Bing implementiert. Auch in die mobile Version (m.bing.com) sollen die Funktionen eingebunden werden. Wann die Neuerungen auch unter bing.de verfügbar sein werden, ist bislang noch nicht bekannt.



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    Quelle: Deutsche Bank / Realtime Indikation