Thema des Tages
08.05.2012

Hintergrund: Baupfusch begünstigte 1996 Großbrand

Zwei Feuerwehrleute in Schutzanzügen inspizieren am 11.07.1996 das mit giftigen Dioxin-Stäuben verseuchte Blumengeschäft am Düsseldorfer Flughafen. 17 Menschen starben hier. Foto: Martin Gerten

Düsseldorf (dpa) - Ein scheinbar harmloser Schwelbrand in einem Blumenladen endete am 11. April 1996 am Düsseldorfer Flughafen in einer Katastrophe. 17 Menschen starben, 88 wurden verletzt, nachdem sich in Sekunden eine Feuerwalze durch die Ankunftshalle fraß.

Illegal eingebaute, brennbare Dämmstoffe und unzureichend abgesicherte Schweißarbeiten hatten die schwerste Brandkatastrophe auf einem deutschen Flughafen Realität werden lassen.

In Nordrhein-Westfalen wurden die Brandschutz-Auflagen nach dem Großfeuer verschärft. Das dioxinverseuchte Flughafenzentrum wurde abgerissen und aus Glas und Stahl neu aufgebaut. Tausende Rauchmelder, Sprinklerköpfe und Entrauchungsanlagen wurden am drittgrößten deutschen Airport verbaut. Aufzüge würden bei einem Feueralarm automatisch eine sichere, rauchfreie Etage ansteuern. Knapp 10 000 Lautsprecher würden die Besucher warnen und Lichtblitze den Fluchtweg weisen. Die Schäden und die Kosten für den Wiederaufbau beliefen sich auf fast eine Milliarde Euro.

Die Verantwortlichen kamen nach langem Prozess mit Geldauflagen davon. Nicht die Schuld eines Einzelnen, sondern eine Kette von Versäumnissen hätten zu dem Unglück geführt, hieß es.



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