Computer und Co.
05.05.2012

«Ich esse einen Apfel» - Was Promis so twittern

Von Annette Reuther, dpa

Berlin (dpa) - «Ich esse Salat und träume von einem Cheesburger.» Ein Satz wie er von vielen Frauen auf diesem Planeten stammen könnte. Doch dieser Satz interessiert potenziell mehr als 20 Millionen Menschen - so viele folgen zumindest Lady Gaga auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

Nicht nur die schrille Sängerin hält ihre Fans mit kleinen Nachrichten, sogenannten Tweets, auf dem Laufenden. Von Britney Spears bis Boris Becker: Tausende Prominente bauen per Internet Kontakt zu ihren Fans auf. Doch wer will die Abermillionen Tweets eigentlich alle lesen? Während Politiker wie US-Präsident Barack Obama Twitter gezielt auf Wählerfang gehen, verbreiten Stars aus dem Showgeschäft oft nur Banalitäten.

«Über Twitter oder auch Facebook baut sich ein Bindung zwischen Promi und Followern auf, der Prominente kann sich so immer wieder in Erinnerung rufen», sagt Manuel Mattern, Chef der Beratungsfirma für Internet & Social Media, youcom.de. So können eigene Infos schneller gestreut werden als in der Presse. Und: Die Hoheit der Verbreitung liegt beim Promi selbst, er kann die Nachrichten kontrollieren.

Dabei wird nicht nur Gehaltvolles getwittert. So schreibt Schauspieler Matthias Schweighöfer an seinem Geburtstag «Jetzt schon voll vom essen. Oh Gott» und die britische Sängerin Adele lässt ihre Mitmenschen wissen «Ich sitze im Bett, schaue Gladiator und esse einen Apfel». «Wenn einer twittert, er macht den Kühlschrank auf, dann ist das natürlich bekloppt», findet Mattern.

Zu den aktivsten deutschen Twitter-Freunden gehört Boris Becker. Der äußert sich nicht nur zu Fußballspielen («Bayern hat Real eingekreist») und postet allerlei Familienbilder. Auch vor Politik schreckt er nicht zurück («Can somebody please stop the Civil War in SYRIA ! This is crazyyyyyyyyy»).

Journalisten greifen auf die Kommentare gern zurück - schließlich gehören Twitter-Accounts mittlerweile zu den wichtigen Quellen für Prominachrichten. Allein schon der Tweet, dass Hollywoodstar Demi Moore nach der Trennung von Ashton Kutcher einen neuen Twitternamen hat («@justdemi» statt «@mrskutcher»), wurde weltweit zur Nachricht. Kein Wunder: Waren Demi und Ashton doch das Twitterpaar schlechthin. Ihre Beziehung scheiterte aber trotz - oder gerade wegen - des offensiven Getwitters über ihre Beziehung (Unterhosenfotos von Demi inklusive).

Ashton selbst geriet in die Kritik, als er sich per Kurznachricht übereilt über den Rausschmiss eines Football-Trainers empörte. Der soll jedoch verschwiegen haben, dass einer seiner Assistenten jahrelang Jungen sexuell missbraucht hatte. Kutcher ruderte zurück: Er habe den Hintergrund der Geschichte nicht gekannt.

Den Unmut ihrer Follower zogen auch das britische Busenwunder Katie Price und Manchester-United-Fußballer Rio Ferdinand auf sich. Sie twitterten begeistert über den Schokoriegel «Snickers» - und verärgerten vieler User. Es sei nicht klar zu erkennen, dass es sich dabei um bezahlte Werbung handelte, lautete der Vorwurf. Die britische Werbeaufsicht ASA entschied anders: Durch die Abfolge und Kennzeichnung von mehreren Twitter-Einträgen sei deutlich zu erkennen, dass das Ganze Werbung sei, hieß es.

Immer mehr Promis verdienen an den Werbebotschaften Geld. Die US-Agentur Ad.ly wirbt zum Beispiel mit Stars wie Mariah Carey oder Paris Hilton, die gewisse Markennamen in ihren Twitterbotschaften verbreiten. Bis zu 25 000 Dollar können die Promi-Tweeter für eine Werbebotschaft kassieren. Doch ob Werbetweets wirklich im Sinne der Prominenten sind, ist fraglich. Berater Mattern meint: «Werbung bei Twitter wird von der Internetgemeinde nicht goutiert, wenn das Product Placement zu auffällig ist, hagelt es Kritik.»



Thema des Tages

Assad rechnet mit Militärintervention des Westens

Damaskus (dpa) - Russland und die USA wollen die syrischen Bürgerkriegsparteien zu Verhandlungen zwingen. Doch Assad glaubt nicht, dass dies den Konflikt beenden wird. Er rechnet eher mit einer Militärintervention. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Assad: Syrien-Friedenskonferenz ohne Chance
  • Syrien gleicht einem Schlachthaus - Foltermethoden wie im Mittelalter
  • Dutzende Tote in syrischer Provinz Homs
  • Computer

    WHS-Stiftung stellt Förderung von Wikileaks weitgehend ein

    Hamburg (dpa) - Die deutsche Wau-Holland-Stiftung (WHS) hat die finanzielle Förderung der umstrittenen Enthüllungsplattform Wikileaks drastisch zurückgefahren. Das geht aus dem Transparenz-Bericht der Stiftung hervor, der am Montag online veröffentlicht wurde. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Yahoo kauft Tumblr-Blogs: «Wir versprechen, es nicht zu versauen»
  • «Focus»: WhatsApp legt in Deutschland rasant zu
  • Hacker schlugen jetzt auch bei «Financial Times» zu


  • Wissenschaft

    WHO warnt vor Gefahren durch neue Viren

    Genf (dpa) - Zehn Jahre nach der Sars-Epidemie mit mehr als 800 Toten hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor Risiken durch neue Viren gewarnt. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Studie: Erde erwärmt sich langsamer als bisher berechnet
  • Natur und Zucht: Karpfenrassen sind unterschiedlich risikobereit
  • Mini-Zoo aus dem All wieder auf der Erde
  • Börse