Boulevard
09.02.2018

Der nette Neue bei DSDS - Mousse T. sucht den Superstar

Von Christina Sticht, dpa

Hannover (dpa) - Er war mit seinem Remix von Michael Jacksons «Ghost» für einen Grammy nominiert, schrieb mit «Sex Bomb» für Tom Jones einen Welthit und sitzt jetzt in der Jury von «Deutschland sucht den Superstar» (DSDS).

Anders als in seinen Peppermint Park Studios, einem Musik- und Eventzentrum in Hannover, ist Mousse T. in der RTL-Show nicht der Chef. Das Sagen bei DSDS hat eindeutig Pop-Titan Dieter Bohlen - so viel ist auch in der 15. Staffel klar. Mousse T. stört das nicht: «Wenn Dieter ein paar Sprüche bringt, kann ich damit gut umgehen. Ich finde seinen norddeutschen Humor ganz sympathisch, er ist gerade und direkt raus.»

Die Castings sowie der Inland- und Ausland-Recall sind abgedreht. Seit Januar ist DSDS wieder jeden Samstag um 20.15 Uhr zu sehen, zuletzt schalteten 4,3 Millionen Menschen ein.

Mousse T. strahlt in der Jury Ruhe aus und herzt auch mal einen schluchzenden Kandidaten nach dessen Rauswurf. Der große, elegant gekleidete 51-Jährige wirkt wie ein väterlicher Freund für die Superstar-Anwärter. Mousse T., der bürgerlich Mustafa Gündogdu heißt, sieht DSDS als «tolle Plattform» für die Musik. «Mit Talenten habe ich auch sonst beinahe täglich zu tun», erklärt er.

Zwar landete er seine größten Hits «Horny» und «Sex Bomb» Ende der 90er Jahre, dennoch ist der Produzent immer noch gut im Geschäft. Zum 20. Todestag von Falco am 6. Februar veröffentlichte er einen Remix des Lieds «Der Kommissar» des Weltstars aus Wien. «Falco war eine Riesen-Persönlichkeit», schwärmt Mousse T. Sein aktueller Song «Rock The Mic» stieg in die Top 10 der britischen Track-Charts ein. Etwa 50 Mitarbeiter hat der Deutsch-Türke im Peppermint Park, dem früheren Belgischen Pavillon der Expo 2000. Neben den Studios gibt es zwei Plattenfirmen, eine Event-Agentur und ein Restaurant.

«Die Musik ist nicht nur meine Arbeit, sondern mein Hobby, meine Liebe», betont er beim Treffen in Hannover. Alles begann, als sein Vater ihm im Alter von 13 Jahren eine Heimorgel schenkte. Bald schon legte der Sohn im weißen Anzug in Discos auf und startete nach dem Abitur zum Verdruss des Vaters - einem Frauenarzt - kein Medizinstudium. Im Foyer des Peppermint Pavillons hängen riesige Poster von Stars, mit denen Mousse T. zusammengearbeitet hat: Alicia Keys, Simply Red, die Scorpions und natürlich Tom Jones.

Der heute 77-Jährige habe ihn am meisten beeindruckt, sagt Mousse T. «Tom erzählt von Elvis, mit dem er auf Tour war, und ist gleichzeitig total 'down to earth'. Ihm geht es nicht um den schnöden Mammon, sondern um die Musik als Kunstform.» Von Jones habe er gelernt, nur Dinge zu machen, hinter denen er hundertprozentig stehen könne. In der Vergangenheit waren dies nicht nur seine DJ-Gigs, sondern auch Konzerte mit großen Orchestern oder Filmmusik. Seit mehr als einem Jahrzehnt tüftelt er an einem neuen Album, das im Frühjahr herauskommen soll.

«Er ist einer der erfolgreichsten und bekanntesten deutschen Produzenten und schafft es, seit 20 Jahren ein Medienthema zu bleiben. Mit DSDS erschließt er sich eine jüngere Zielgruppe», sagt Marcus S. Kleiner, Professor für Kommunikations- und Medienwissenschaften an der SRH Hochschule der populären Künste in Berlin. Skandale gibt es keine um Mousse T. «Er hat ein sympathisches Image und hält sein Privatleben aus der Öffentlichkeit heraus», sagt Pop-Experte Kleiner.

Auf dem roten Teppich ist der Produzent oft allein zu sehen. Seine Frau, eine Amerikanerin, und sein 13-jähriger Sohn leben in Italien. «Weil ich mich oft in Italien aufhalte, höre ich auch viel italienische Musik», erzählt er. Etwa den 2012 gestorbenen italienischen Liedermacher Lucio Dalla, daneben Klassik, Rock, Funk und vor allem schwarze Musik. «Ich bin mit James Brown und Bootsy Collins aufgewachsen und liebe noch heute alles, was groovt und zum Mitwippen animiert.»



Thema des Tages

Fall Chaschukdschi: Pompeos Krisentreffen in Saudi-Arabien

Riad/Istanbul/Washington (dpa) - Nach dem Verschwinden des saudischen Journalisten Dschamal Chaschukdschi wächst international der Druck auf Saudi-Arabien, Licht in den mysteriösen Fall zu bringen. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Große Rotation gegen Frankreich - Löw bringt fünf Neue
  • Horst Seehofer und die drohende Vertreibung aus dem Paradies
  • Geiselnahme in Köln: Fahnder prüfen Terror-Hintergrund
  • Computer

    Großes Interesse an neuen Mobilitätsangeboten in den Städten

    Berlin (dpa) - Das eigene Auto anderen zur Verfügung stellen oder eine Strecke mit weiteren Fahrgästen gemeinsam zurücklegen - laut einer Studie des Digitalverbands Bitkom stoßen solche Konzepte angesichts des wachsenden Verkehrs in den Städten bei Bürgern auf großes Interesse. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Werden Videospiele Musks nächster Coup?
  • Millennials fallen oft auf Computer-Betrugs-Masche herein
  • Facebook: Hacker klauten Infos aus Millionen Profilen


  • Wissenschaft

    Schweizer Gletscher verlieren im Hitzesommer massiv an Eis

    Zürich (dpa) - Die Eismasse der Schweizer Gletscher ist im Hitzesommer 2018 massiv geschrumpft. An den etwa 1500 Gletschern schätzen die Experten den Verlust auf 1,4 Milliarden Kubikmeter oder 2,5 Prozent im Vergleich zum September 2017, berichtete die Akademie der Wissenschaften Schweiz am Dienstag. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Buch von Stephen Hawking erscheint Monate nach seinem Tod
  • Ebola-Fälle im Kongo: WHO beruft Krisenausschuss ein
  • Gefahr Stromleitung: Nabu-Meldesystem für tote Vögel
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 11.822,50 +1,79%
    TecDAX 2.694,00 +4,08%
    EUR/USD 1,1574 -0,07%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation