Überblick
12.07.2019

Hausding nach «Nervenkampf» im Ein-Meter-Finale

Von Christian Kunz und Thomas Eßer, dpa

Gwangju (dpa) - Rekordeuropameister Patrick Hausding bestand seine erste Nervenprobe bei den Schwimm-Weltmeisterschaften, der größte Goldkandidat durfte sich bei seiner Anreise auf gute Bedingungen freuen.

Florian Wellbrock bereitet sich von diesem Samstag an im WM-Land auf seine ambitionierten Medaillenprojekte im Freiwasser und im Becken vor. Das WM-Kribbeln stieg am Freitag in Gwangju weiter im deutschen Team mit den Vorkämpfen, in denen Hausding «einen ganz schönen Nervenkampf» meistern musste.

«Turnierpferdmäßig», wie es der 30 Jahre alte Hausding selbst bewertete, qualifizierte er sich als Neunter für das Finale der besten Zwölf am Sonntag im nicht-olympischen Wettbewerb vom Ein-Meter-Brett. «Es ist fürs Team wichtig, dass man mit dem richtigen Gefühl reinkommt», sagte Bundestrainer Lutz Buschkow zum Start der bis zum 28. Juli dauernden Titelkämpfe.

Buschkows erstes Urteil über die Bedingungen in Südkorea fiel in der Summe gut aus. Das Athletendorf gebe den Weltmeisterschaften  «einen Touch von Olympia», sagte der Chef der Wasserspringer. «Die Koreaner geben sich sehr große Mühe. Wenn ein Bus mal voll ist, bekommt man schonmal ein Eis als Wartevariante.»

Im bewölkten, aber angenehm warmen Gwangju zeigte sich auch Hausding zufrieden. Wenngleich er erste WM-Plagegeister entdeckte. «Wenn man die Sportler ganz lange beobachten würde, würde man sehen, dass sie sich zwischendurch immer selber hauen», sagte der Weltmeister von 2013, «nicht weil sie sich warmhalten, sondern weil sie Mücken töten.» Er selbst fühlt sich nach einer schwierigen Saison mit langer Zwangspause allmählich besser - das Olympiaticket ist das große Ziel.

Die Beckenschwimmer bereiten sich noch im japanischen Kumamoto auf ihre WM-Wettbewerbe in der zweiten Titelkampfhälfte vor. Wellbrock reiste früher aus Japan ins rund 350 Kilometer von Kumamoto entfernte Yeosu, denn dort werden von Samstag an die Medaillen und Tokio-Tickets im Freiwasser vergeben.

Wellbrock selbst greift am Dienstag ins Wettkampfgeschehen über die olympischen Zehn-Kilometer ein, vorher sollen Leonie Beck und Finnia Wunram am Sonntag (1.00 Uhr/MESZ) die ersten zwei von vier möglichen Startplätzen erreichen. Neben dem in dieser Freiwasser-Saison ungeschlagenen Wellbrock will auch Rob Muffels nach Tokio.

«Mein Traum wäre, dass wir vier Sportler direkt durchbringen können», sagte Bundestrainer Stefan Lurz. Er ist von den Bedingungen im Hafenbecken angetan. «Das Wasser hat 23 Grad. Es ist recht angenehm zu schwimmen. Es geht Richtung Poolbedingungen.» Auf jeden Fall ein Plus für den Stilisten Wellbrock.

Der Bundestrainer-Bruder, der 2015 zurückgetretene Rekordweltmeister Thomas Lurz, traut der neuen Generation eine Menge zu. «Ich denke, sie haben sehr gute Chancen - wie lange nicht mehr», sagte der 39-Jährige. 2017 in Budapest war das Team ohne Medaille geblieben.

Neben der verletzungsbedingten Absage von Klippenspringer Manuel Halbisch musste der Deutsche Schwimm-Verband einen weiteren Ausfall hinnehmen. Wegen Rückenproblemen muss die 17 Jahre junge Wasserspringerin Pauline Pfeif ihr WM-Debüt auf 2021 vertagen.



Thema des Tages

CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer wird Verteidigungsministerin

Berlin (dpa) - Politischer Paukenschlag in Berlin: Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer soll neue Verteidigungsministerin im Kabinett von Kanzlerin Angela Merkel werden. Das bestätigte Regierungssprecher Steffen Seibert am Dienstagabend in Berlin. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Volles Risiko: Kramp-Karrenbauer übernimmt Bundeswehr
  • Von der Leyen wird EU-Kommissionspräsidentin
  • Ursula von der Leyens Pläne für Europa
  • Computer

    Bericht: Finanzministerium warnt vor Facebook-Währung Libra

    Berlin (dpa) - Das Bundesfinanzministerium hat Bedenken gegen die digitale Währung Libra des Internetriesen Facebook. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Umfrage: Smartphone ist populärste Spiele-Plattform
  • Support-Ende für Windows 7 - Ein Software-Dino verschwindet
  • Faxgerät für viele Kinder und Jugendliche gänzlich unbekannt


  • Wissenschaft

    Ebola-Fall in Großstadt Goma festgestellt

    Genf (dpa) - Nach dem ersten Ebola-Fall in der Millionenstadt Goma im Kongo prüft die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erneut, ob eine «gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite» ausgerufen werden muss. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Nasa: «Mond ist Testgelände, Mars Ziel»
  • Meeresspiegel in der Arktis steigt weiter
  • Satelliten-Navigationssystem Galileo ausgefallen
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 12.411,50 +0,20%
    TecDAX 2.887,75 -0,56%
    EUR/USD 1,1210 -0,02%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation