Überblick
16.05.2018

Erzgebirge Aue will Aufstockung der 2. Fußball-Bundesliga

Frankfurt/Aue (dpa) - Mit einem verzweifelten Versuch kämpft der FC Erzgebirge Aue um den Klassenerhalt. Der Verein möchte die 2. Fußball-Bundesliga auf 19 Vereine aufstocken lassen.

Diesen Vorschlag will Aue nach Angaben von FCE-Präsident Helge Leonhardt dem Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) unterbreiten. Am Donnerstag verhandelt das Gericht in Frankfurt mündlich den erneuten Einspruch der Auer gegen die Wertung des mit 0:1 verlorenen Spiels beim SV Darmstadt 98. Durch dieses Ergebnis muss Aue in der Relegation gegen Karlsruhe um den Klassenerhalt kämpfen.

«Vielleicht können wir uns auf diesen Deal einigen», sagte Leonhardt. «Aue bleibt in der 2. Bundesliga, und der Karlsruher SC steigt auf. Das wäre ein salomonisches Urteil.» Der Clubchef geht allerdings davon aus, dass das Relegations-Hinspiel der Auer am Freitag beim Karlsruher SC stattfinden wird.

Der erste Einspruch war vom Sportgericht abgelehnt worden. «Wir sind weiterhin der Meinung, dass ein Regelverstoß vorliegt, der nach den Regularien der DFL und des DFB geahndet werden kann», sagte Vorstandsmitglied Kay Werner.

Das erste Urteil war eindeutig. «Die Entscheidungen des Schiedsrichters sind als unanfechtbare Tatsachenentscheidungen zu werten», erklärte der Sportgerichtsvorsitzende Hans E. Lorenz in einer DFB-Mitteilung. «Zudem ist der Verdacht einer vorsätzlichen Spielmanipulation aus der Luft gegriffen und nicht ansatzweise nachgewiesen.»

Der vom DFB beauftragte Dienstleister «Sportradar» hatte mitgeteilt, dass nach Analyse des nationalen und internationalen Marktes keine Auffälligkeiten bei Wetten auf die Zweitliga-Partie festgestellt werden konnten.

Als Gründe für den Widerspruch hatten der Club drei eklatante Fehlentscheidungen durch das Schiedsrichterteam unter der Leitung von Sören Storks angegeben. Die Sachsen begründeten ihren Einspruch damit, dass das Nicht-Anerkennen eines eigentlich regulären Tores in der 4. Minute einen Regelverstoß des Schiedsrichters darstelle. Storks hatte übersehen, dass Calogero Rizzutos Schuss erst deutlich hinter der Torlinie geklärt wurde.

Außerdem verweigerte der Unparteiische den Gästen wohl einen klaren Handelfmeter sowie einen Foulelfmeter. Bei einem Sieg von Aue hätten auch die Darmstädter absteigen oder auf den Relegationsplatz fallen können. Aus Sicht des sächsischen Vereins drängte sich zumindest der Verdacht einer Spielmanipulation auf.

Aktuell laufen noch Ermittlungen des DFB-Kontrollausschusses gegen Aues Vereinspräsidenten Leonhardt «wegen verschiedener Äußerungen». Er hatte davon gesprochen, dass sein Verein verschaukelt worden sei und er nicht wisse, «ob fahrlässig oder vorsätzlich». DFB-Schiedsrichterchef Lutz Michael Fröhlich hatte diese Vorwürfe vehement zurückgewiesen. Das Spiel sei aus Schiedsrichtersicht nicht gut gelaufen. Aber Fehler könnten passieren und seien menschlich.

Auf einem weiteren Nebenschauplatz hatte Tobias Andrä, Mitglied des Stadtrats der Großen Kreisstadt Aue, Strafanzeige gegen Referee Storks wegen des Verdachts des Betruges gestellt. Zudem hatte er vom DFB disziplinarische Maßnahmen gegen Storks gefordert.



Thema des Tages

Keeper Karius vor schwerem Sommer in Liverpool

Kiew (dpa) - Jürgen Klopp verarbeitete den Frust über den geplatzten Champions-League-Traum im Morgengrauen bei einem ungewöhnlichen Privatkonzert mit Punk-Legende Campino. »weiter
Lesen Sie auch:
  • AfD-Demonstration in Berlin gestartet
  • Bamf-Vermittler und Dolmetscher sollen Geld kassiert haben
  • Hartz-Bürokratie verschlingt immer mehr Geld
  • Computer

    Schlupflöcher beim Online-Handel sollen geschlossen werden

    Goslar (dpa) - Online-Plattformen wie Amazon und Ebay sollen nach dem Willen der Länder-Finanzminister künftig haften, wenn ihre Händler keine Umsatzsteuer zahlen. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Amazon-Lautsprecher verschickt aufgenommenes Gespräch
  • Facebook bringt seine Jobbörse nach Deutschland
  • Facebook-Datenskandal: Europäer womöglich nicht betroffen


  • Wissenschaft

    Schlafdefizit lässt sich am Wochenende ausgleichen

    Stockholm (dpa) - Ein über die Woche angehäuftes Schlafdefizit muss einer Studie zufolge keine gesundheitlichen Nachteile haben - sofern man die Bilanz am Wochenende wieder ausgleicht. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Roboterfrau «Elenoide»: Zwischen Faszination und Grusel
  • Inzwischen neun Ebola-Tote im Kongo
  • Zahnärzte warnen vor neuer Volkskrankheit «Kreidezähne»
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 12.936,50 -0,01%
    TecDAX 2.822,75 -0,05%
    EUR/USD 1,1651 -0,58%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation