Überblick
08.03.2018

Leipzig bezwingt St. Petersburg - Spätes Gegentor tut weh

Von Jens Marx und Frank Kastner, dpa

Leipzig (dpa) - RB Leipzig hat das Abwehrbollwerk des FC Zenit St. Peterburg geknackt, doch ein spätes Gegentor trübt die Chancen auf die Fortsetzung der Europa-Mission.

Der deutsche Fußball-Vizemeister gewann am Donnerstagabend das Achtelfinal-Hinspiel der Europa League daheim mit 2:1 (0:0). Vor der internationalen RB-Minuskulisse von nur 19 877 Zuschauern in der Red Bull Arena erzielten Bruma (56. Minute) und Timo Werner (77.) die Treffer für die Leipziger, die damit auch ihren ersten Sieg nach vier Pflichtspielen feierten. Doch das späte Freistoßtor von Domenico Criscito (86.) war ein Wermutstropfen.

«Es ist natürlich schade, dass wir das Gegentor bekommen haben. Wir waren klar die bessere Mannschaft», sagte Werner. «Es ist bitter, so ein Gegentor zu bekommen. Aber wir haben gewonnen, das ist das Gute», sagte der Nationalspieler bei Sport1. Trainer Ralph Hasenhüttl äußerte sich ähnlich: «Mit dem Spiel muss man heute sehr zufrieden sein. Das Traumergebnis war es leider nicht, dafür haben fünf Minuten gefehlt.»

Dem Tabellensechsten der Fußball-Bundesliga reicht im Rückspiel am kommenden Donnerstag im WM-Stadion der russischen Ostsee-Hafenstadt immerhin ein Unentschieden für das Erreichen des Viertelfinales. Zenit hat allerdings mit vier Siegen in vier Spielen die beste Heimbilanz aller Teams in der Europa League. «Wir sind auch in St. Petersburg in der Lage, ein Tor zu schießen», sagte Werner.

Kein Gegentor! Das war die Forderung von Hasenhüttl - und sie wurde nicht erfüllt. In allen drei Champions-League-Heimspielen und in der Zwischenrunde der Europa League war das zuvor ebenfalls nicht gelungen. Die russischen Gäste machten die Umsetzung der Maxime lange Zeit nicht schwer. Nach schwungvollem Beginn zog sich Zenit teilweise mit acht Spielern in die Abwehr zurück. Entsprechend kompliziert war es für die Leipziger wiederum, Räume für das schnelle Passspiel zu finden.

Der in die Startelf gerückte Portugiese Bruma war bei RB oft am Ball, versuchte aber ähnlich wie Naby Keita oder Timo Werner zu oft, alleine durch die Abwehr des Gegners zu dribbeln. Zenit-Torwart Andrej Lunew wurde praktisch nicht geprüft und wirkte doch nicht sicher, als er nach einer Rückgabe über den Ball (5.) schlug. Auch RB-Keeper Peter Gulacsi hatte früh einen schwachen Moment und ließ eine harmlose Hereingabe gefährlich abklatschen (13.).

Der lange glücklose Werner investierte viel Laufarbeit und hatte zwei gute Möglichkeiten, volley aus der Distanz (10.) und im Fallen (44.) innerhalb des Strafraums. Dem Führungstreffer ganz nah kam Emil Forsberg (36.), dessen Freistoß an den Innenpfosten krachte. Trotz fast 70 Prozent Ballbesitz ging es für RB ohne zählbaren Vorsprung in die Kabine.

Der Schwede Forsberg setzte auch das erste Signal nach dem Seitenwechsel und prüfte Lunew aus spitzem Winkel (47.). Auch Werner (54.) versuchte es mit Wucht aus ähnlicher Position, traf aber nur das Außennetz. Dann legte der Nationalspieler per Hackenvorlage für Bruma auf und der Portugiese traf zur ersehnten Führung.

Zenit lockerte notgedrungen die strikte Defensivhaltung. Nun boten sich auch Räume. Werner (59.) hätte sogar früher das zweite Tor nachlegen müssen, scheiterte aber frei vor Lunew. Nach Zuspiel von Keita machte es der 22-Jährige besser und vollendete aus ähnlicher Position wie zuvor Bruma. Doch der bittere Schlusspunkt folgte mit Criscitos Freistoß.



Thema des Tages

Angriffe auf Frauen in Nürnberg: Verdächtiger festgenommen

Nürnberg (dpa) - Nach den Angriffen auf drei Frauen in Nürnberg ist ein Verdächtiger gefasst. Ein 38-jähriger Mann sei aufgrund eines erfolgten DNA-Abgleichs als dringend tatverdächtig festgenommen worden, teilte die Polizei Mittelfranken am Samstagabend mit. »weiter
Lesen Sie auch:
  • UN-Klimakonferenz billigt Regelwerk zum Klimaschutz
  • Dortmund zum vierten Mal Herbstmeister - FC Bayern siegt
  • Massives Polizeiaufgebot bei «Gelbwesten»-Protest
  • Computer

    Datenpanne bei Facebook: Entwickler hatten Zugang zu Fotos

    Menlo Park (dpa) - Durch eine Datenpanne bei Facebook haben Hunderte Apps im September mehrere Tage lang zu weitreichenden Zugriff auf Fotos von mehreren Millionen Mitgliedern des Online-Netzwerks gehabt. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Apple-Chef: Datenhunger könnte Meinungsfreiheit bedrohen
  • YouTube-Jahresrückblick knackt Negativrekord
  • Datenschutz-Klage gegen Facebook vor dem BGH


  • Wissenschaft

    Plastikmüll-Fänger «Ocean Cleanup» funktioniert noch nicht

    Rotterdam (dpa) - Das System «The Ocean Cleanup» zur Säuberung des Pazifiks von Plastikmüll funktioniert noch nicht. Knapp zwei Monate nach dem Start habe die Anlage noch kein Plastik eingesammelt, sagte ein Sprecher des Projekts der Deutschen Presse-Agentur. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Blink Blink: Wie wir mittels Blinzeln kommunizieren
  • Israelische Forscher verwandeln Kot in Kohle
  • Leben von 1,7 Millionen Neugeborenen können gerettet werden
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 10.813,50 -0,48%
    TecDAX 2.503,50 -0,65%
    EUR/USD 1,1306 -0,46%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation