Überblick
17.02.2017

Beinahe-Unglück vor WM-Riesenslalom - DSV ohne Medaillen

Von Manuel Schwarz und Maximilian Haupt, dpa

St. Moritz (dpa) - Auch die deutschen Riesenslalomfahrer haben die Medaillenflaute bei der Ski-WM in St. Moritz nicht beenden können.

Der Kampf um Edelmetall war für Felix Neureuther und Co. am Freitag aber nicht die einzige Sorge - zwischendrin rückte der Sport durch ein Beinahe-Unglück mit einem Flugzeug in den Hintergrund. Weil ein Show-Flieger der Schweizer Luftwaffe ein über die Strecke gespanntes Seil zerriss und dieses auf einen Sessellift samt Sportler und Trainer krachte, hingen etliche Athleten lange über dem Boden fest.

Der Grund für das enttäuschende Abschneiden mit Platzierungen jenseits der Top Zehn war der Zwischenfall beim WM-Sieg des Österreichers Marcel Hirscher nicht. Wohl aber beschäftigte die Episode Neureuther, der angeschlagen 16. wurde.

«Man bekommt mit, dass ein Flieger in irgendetwas reingeflogen ist, mehr eigentlich nicht», sagte der 32-Jährige und erzählte von den Minuten im Lift: «Es sind meine Eltern da, sehr viele Zuschauer da, da denkt man sich schon, hoffentlich ist nichts passiert. Es ist schon Wahnsinn. Das hätte sehr schlimm ausgehen können.» Weltmeister Hirscher meinte: «Heute haben sehr, sehr viele Menschen sehr, sehr viel Glück gehabt.»

Weil bei dem Unfall niemand zu Schaden kam und auch das Flugzeug heil gelandet werden konnte, war eine 30-minütige Verzögerung des zweiten Laufs und eine fehlende Kameraeinstellung die einzige konkrete Folge für das Rennen. In dem konnten die Starter des Deutschen Skiverbands (DSV) keine Aufholjagd auf die Spitzenplätze mehr eröffnen. Linus Straßer war auf Rang zwölf bester Deutscher (+1,38 Sekunden), Stefan Luitz kam auf Platz 14 (+1,62 Sekunden).

Hirscher holte seinen ersten WM-Titel im Riesenslalom vor Teamkollege Roland Leitinger und Norwegens Leif Kristian Haugen. «Unglaublich», meinte Hirscher, «das war eines der härtesten Rennen der Saison».

Während die Ski-Nation Österreich ihre Medaillen sechs und sieben feierte, steht der DSV weiter bei null Plaketten. Nun bleibt nur noch der Slalom der Herren zum WM-Abschluss, in dem eine realistische Chance auf Edelmetall besteht. «Jetzt gilt es, zu regenerieren, sich auf den Sonntag richtig vorzubereiten und da dann einen rauszuhauen», kündigte Neureuther an. Daran war im Riesenslalom nicht zu denken.

Und auch Luitz erfüllte die Erwartungen nicht, die nach einem dritten Rang jüngst beim Weltcup in Garmisch-Partenkirchen an ihn gerichtet waren. «Ich habe schnelle Schwünge gehabt, aber zu viele Fehler gemacht. Dann reicht es halt nur zum 14. Platz», sagte der Allgäuer. «Aber das ist abgehakt. Mal schauen, was im Slalom möglich ist.»

Die positive Überraschung aus deutscher Sicht war Straßer, der mit Startnummer 43 nach vorne raste und sogar seine beide erfahreneren Teamkollegen hinter sich ließ. «Unglaublich, das erste Mal in die Punkte gefahren und dann noch bei der WM», sagte der 24 Jahre alte Münchner. «Ich genieße das in vollen Zügen. Ich bin sehr happy.»

Die deutschen Sportler waren mit vagen Hoffnungen auf Edelmetall in das Rennen gegangen und hätten eine lange Serie von Titelkämpfen ohne Riesenslalom-Medaille bei den Herren beenden können. Seit Markus Wasmeiers Gold-Triumph von 1985 in Bormio gingen die Deutschen bei allen Titelkämpfen leer aus. Überhaupt war dies vor 32 Jahren die einzige deutsche Herren-Medaille der WM-Historie in der Disziplin.

Am Sonntag soll es im Slalom der rekonvaleszente Neureuther richten. Nach seiner Rückenverletzung aus dem Team-Event gab er zumindest gesundheitlich Entwarnung. «Man muss sowieso immer positiv nach vorne schauen, und das Positive ist, dass es vom Rücken her relativ gut gehalten hat», berichtete er. «Jetzt gilt's zu regenerieren und sich auf den Sonntag richtig vorzubereiten und da dann einen rauszuhauen.»



Thema des Tages

Zwei Polizisten von Mordverdächtigem überfahren und getötet

Müllrose (dpa) - Auf der Flucht vor der Polizei hat ein 24-Jähriger Mann im Landkreis Oder-Spree zwei Polizisten überfahren und getötet. Der Mann sei verdächtig, in Müllrose zuvor seine 79-jährige Großmutter umgebracht zu haben, berichtete Polizeisprecher Ingo Heese. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Wenn Polizisten im Einsatz ums Leben kommen
  • Tödliche Straßenrennen
  • Die schwierigen deutsch-türkischen Beziehungen
  • Computer

    US-Telekomaufseher: Strikte Netzneutralität war ein Fehler

    Barcelona (dpa) - Die USA stehen vor der Abschaffung ihrer strikten Regeln zur Netzneutralität, nach denen alle Daten gleich behandelt werden müssen. Der Chef der US-Telekomaufsicht FCC, Ajit Pai, lässt keinen Zweifel daran, dass er die Gleichsetzung von Internet-Anbietern mit Versorgern kippen will. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Soundcloud probiert abgespecktes günstigeres Abo aus
  • WTF? Die Polizei und der Ton auf Twitter
  • Facebook-Drohne soll dieses Jahr wieder fliegen


  • Wissenschaft

    SpaceX plant 2018 eine Mondumrundung mit Weltraumtouristen

    Washington (dpa) - Das private Raumfahrtunternehmen SpaceX will bereits im nächsten Jahr zwei zivile Weltraumtouristen um den Mond fliegen. Die beiden Kandidaten haben schon eine «bedeutende Anzahlung» geleistet und sollen im Laufe des Jahres mit dem Training beginnen, wie SpaceX mitteilte. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Uralte Mikroben in Höhlenkristallen entdeckt
  • Hinweise auf Asteroidentrümmer in Doppelsternsystem
  • Viele Menschen sehen so aus, wie sie heißen
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 11.829,00 +0,05%
    TecDAX 1.900,25 +0,19%
    EUR/USD 1,0598 +0,11%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation