Album der Woche
14.04.2016

Richmond Fontaine: Von Loser-Typen und Tagedieben

Berlin (dpa) - Wie der Soundtrack zu einem berührenden Kinofilm mit kargen Landschaften und staubigen Highways klingt das neue Album der US-Folkrocker Richmond Fontaine. Kein Wunder: Frontmann Willy Vlautin versteht viel von der Kehrseite des amerikanischen Traums.

Denn Vlautin ist nicht nur ein toller Singer-Songwriter, sondern zugleich ein Schriftsteller von Rang. Vier von Kritik und Lesern gefeierte Romane sind in den vergangenen Jahren auch auf Deutsch erschienen, von «Motel Life» bis «Die Freien». Jene Loser-Typen, Tagediebe und kleinen Galgenvögel, die der 48-Jährige dort schildert, tauchen teilweise auch in seinen Liedern auf.

Vlautins Band Richmond Fontaine existiert bereits seit 20 Jahren, und bei all ihrer bisher schon gezeigten Qualität - selten hat sie eine Platte aus einem Guss abgeliefert wie nun «You Can't Go Back If There's Nothing To Go Back To» (Décor/Indigo). Das beginnt beim dekorativen Pferd-in-der-Wüste-Albumcover, geht beim Opener «Leaving Bev's Miners Club At Dawn» weiter und endet erst mit der dann doch irgendwie hoffnungsvollen Piano-Ballade «Easy Run».

Vor allem ist diese zehnte Studioplatte der Country-Folk-Band aus Portland/Oregon wieder ein Fest für Fans von Vlautins herben Texten und seinen immer irgendwie zerschossen oder zumindest schwer beladen klingenden Storyteller-Vocals. Vielleicht keine schlechte Idee, er sänge die Soundtrack-Songs zur Verfilmung seiner Americana-Romane gleich selbst ein. Wunderbar traurig wäre das.



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    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation