Album der Woche
07.04.2016

Hörbar gereift: The Last Shadow Puppets

Berlin (dpa) - Im Booklet ihrer zweiten gemeinsamen Platte als The Last Shadow Puppets posieren Alex Turner und Miles Kane (beide gerade 30 geworden) wie zwei Halbstarke. Dabei sind sie musikalisch schon viel weiter, sprich: reifer, als es den Anschein hat.

Auch wenn Britpop derzeit so gar nicht in Mode ist - dies könnte das Britpop-Album des Jahres sein. Denn auf «Everything You've Come To Expect» (Domino) erweisen sich Turner (im Hauptberuf Frontmann der Arctic Monkeys) und Kane (The Rascals) als versierte Songwriter, die sich in ihrem Nebenprojekt ganz dem Breitwand-Pop der 60er und 70er verschreiben.

Dieses Faible war schon auf dem Debüt «The Age Of The Understatement» (2008) spürbar. Doch erst jetzt erstrahlen ihre von Scott Walker, Todd Rundgren, David Bowie und James-Bond-Filmkomponist John Barry inspirierten Bombast-Melodien in voller Pracht. Großen Anteil an dieser Formvollendung hat Geiger Owen Pallett, dessen formidable Orchester-Arrangements praktisch alle elf Lieder veredeln.

Besonders der Titeltrack, ein traumhaft-traurig-schöner Popwalzer, aber auch das anschließende «The Element Of Surprise» mit funky Gitarren oder die Schmachtfetzen «Sweet Dreams, TN» und «The Dream Synopsis» profitieren von der Kunst des Kanadiers Pallett. Toll auch «Bad Habits», das unwiderstehlich von schrillen Strings, knackigen Mariachi-Bläsern und einem Sixties-Pop-Beat vorangetrieben wird.

Turner und Kane sind mit ihren Hauptbands sehr erfolgreiche und gut beschäftigte Britpopper - umso mehr beeindrucken die Expertise und Euphorie, mit der sich die beiden hier in ihre Zweitrollen stürzen. Das sollte auch im Sommer rüberkommen, wenn The Last Shadow Puppets auf deutschen Konzertbühnen stehen (27.6. Köln, 28.6. Dresden, 23.8. Berlin).



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    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation