Album der Woche
30.03.2016

Weezer wollen zurück zu den Wurzeln

Von Kim Alexander Zickenheiner, dpa

Berlin (dpa) - Nach Blau, Grün und Rot kommt jetzt Weiß: Das neue Album von Weezer wird wohl wieder unter der Farbe seines Covers bekannt sein, einen Titel gibt es nicht.

«Weezer» soll den Sound der frühen Bandtage einfangen, als die nerdigen Garagenrocker in amerikanischen Uni-Radiosendern rauf- und runterliefen. Das Album klingt kalifornisch und frisch - ohne größere Experimente zu wagen.

Um Anregungen für das zehnte Album zu sammeln und raus aus dem Haus zu kommen, trieb sich Bandleader Rivers Cuomo auf der Dating-App Tinder herum, wie er dem Magazin «Rolling Stone» erzählte. «Ich will mit niemandem ins Bett, ich suche nur nach neuen Erfahrungen und Ideen für Songs», schrieb er in sein Profil. Besonders interessant waren für ihn Leute, die nicht wussten, dass er bei Weezer ist. «Es ist aufregender, wenn ich Leute finde, die an mir als Person interessiert sind.»

Weezer ließen sich also wieder von ihrer Heimatstadt Los Angeles und deren ausgefallenen Bewohnern inspirieren - herausgekommen sind die zehn Songs des «White Album». Die meisten von ihnen hätten so oder ähnlich auch auf dem Debüt von 1994 (dem «Blue Album») erscheinen können, das Pop mit Grunge verband und ewige Fanlieblinge wie «Buddy Holly» und «In The Garage» hervorbrachte. «Ich liebe Kalifornien. Ich wollte, dass das Album das Gefühl erzeugt, dass du mit uns schrägen Typen aus Südkalifornien rumhängst, auch wenn du in Milwaukee im Dezember bist», sagte Cuomo der Webseite «Pitchfork».

Die meisten Songs sind strikt nach dem Weezer-Rezept gestrickt - krachige Gitarren, hübsche kleine Melodien, Melancholie und Lebensfreude in kurzen, intensiven Stücken. Das Vorbild für das Feeling: Cuomos Lieblingsband, die Beach Boys. Lediglich «Thank God For Girls» und «Jacked Up» fallen etwas aus der Reihe, mit rap-artigen Stellen, Synthesizern, allzu moderner Produktion. 

Für die Inspiration vom Strand scheint die Band mächtig dankbar zu sein. «Wenn du auf einem sinkenden Schiff bist, werfen dir die Kids aus Kalifornien eine Rettungsleine zu», heißt es im ersten Song der Platte.  



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    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation