Album der Woche
30.03.2016

Birdy probiert was Neues aus

Von Wolfgang Marx, dpa

Berlin (dpa) - Das war schon ein recht kühnes Unterfangen, einen Teenager mit einem Album voller Coverversionen aus dem Indie-Bereich debütieren zu lassen. 15 war Birdy damals gerade alt - und der Coup ist geglückt.

Eigene Songs kann sie auch schreiben: Das stellte die Sängerin und Pianistin mit dem Nachfolger «Fire Within» (2013) eindrucksvoll unter Beweis.

Bei ihrem dritten Album «Beautiful Lies» (Warner Music) schlägt Birdy wiederum einen neuen Weg ein und lässt eine größere Üppigkeit in ihren instrumental bisher eher reduzierten Balladen-Kosmos - und hat sich dabei mit ihrem hin und wieder in höchste Höhen strebenden Gesang und einigen Japan-Anklängen eindeutig an Kate Bush orientiert, auch wenn die Schuhe noch ein bisschen zu groß sind.

Mit 19 ist die junge Britin nun dem Backfischalter endgültig entwachsen - und nennt «Beautiful Lies» ihr «Coming of Age»-Album: «Ich habe in den letzten Jahren so viel gelernt und konnte nun all meine Erfahrungen - schlechte wie gute - als Inspiration nehmen, als ich dieses Album schrieb», ließ sie laut Mitteilung ihrer Plattenfirma wissen. Und dabei geht es hauptsächlich um die nicht selten tragisch verschattete Liebe...

Birdy ist mutig, indem sie etwas Neues wagt, auch wenn man sich an eine satt produzierte Power-Ballade wie «Keeping Your Head Up» vielleicht erst einmal gewöhnen muss. Das ist nicht mehr nur das begabte Mädchen am Piano, das mit berührenden Balladen begeistert - Birdy denkt jetzt immer mehr an eingängigen POP - und inszeniert sich verführerisch als Sirene in dem Video zu «Wild Horses». Da sieht man viel Wasser und eine spärlich bekleidete Birdy - von einem Piano keine Spur.

Mehr Pop, das braucht großes Getrommel, viele Geigen, Handclaps und Chorgesang - und übertüncht damit immer wieder ihr tupfendes Pianospiel. Die wilden Pferde in ihr, wie es in «Wild Horses» heißt, schlagen sich in ihrem Drang nach Freiheit immer wieder auch in einer aufwendigeren Produktion nieder. «Lifted» oder «Hear You Calling» sind solch hochgetunten Stücke, in denen mit einem breiten Pinsel gemalt wird.

Anknüpfungspunkte an ihr «früheres Leben» aber gibt es noch reichlich - man mag sich nur in die dramatische Trennungs-Ballade «Deep End», das schwermütig-klagende «Lost It All» oder das tränenvolle «Unbroken» fallen lassen. Und da ist natürlich noch immer die Stimme von Birdy, die nichts von ihrer Magie verloren hat.

Tourdaten: 19.04. Frankfurt, Batschkapp - 20.04. Hamburg, Docks - 02.05. München, Muffathalle - 05.05. Köln, Live Music Hall - 06.05. Berlin, Astra



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    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation