Mit The Cast Of Cheers ins Jahr 1979
Schmeckt's? Foto: School Boy Error/Cooperative Music
Das Debütalbum «Family» (School Boy Error/Cooperative) rettet viel vom vibrierenden Temperament und von der Rotzigkeit legendärer Wave-Bands in die Gegenwart, ohne dass man den Eindruck einer peinlichen Nostalgie-Show hätte. Klar, man kommt beim Titelsong kaum an den frühen XTC vorbei (wer denkt da nicht an deren Hit «Making Plans For Nigel»), andere Tracks erinnern an The Clash, Talking Heads, The Police, Magazine oder Gang Of Four.
Große Vorbilder, die The Cast Of Cheers aber nun nicht devot nachahmen, sondern durchaus kreativ ins Hier und Jetzt transportieren. Vor allem haben die vier Iren einen feinen Sinn für knackige Hooklines und mit Sänger Conor Adams einen charismatischen Zappelphilipp am Mikro. Geschickt eingestreute Elektronik-Elemente und ein kraftvoll produzierter, unermüdlich treibender Drum-Sound machen endgültig klar, dass wir uns im Jahr 2012 befinden.
Auch Newcomer-Bands wie Vampire Weekend oder Foals haben zuletzt ihre Verehrung für den energiegeladenen Powerpop der späten 70er erkennen lassen. The Cast Of Cheers fehlt vielleicht noch ein vergleichbares Crossover-Potenzial, um mit der Musik ihrer Eltern einen Massenerfolg zu landen. Aber «Family» ist ja auch erst der Anfang.
