Album der Woche
14.05.2012

Feinste Songperlen von Father John Misty

Father John Misty und seine Waldfeen. Foto: Maximilla Lukacs

Berlin (dpa) - Schon als Drummer und Mit-Sänger der großartigen Fleet Foxes stellte Josh Tillman sein Talent unter Beweis. Unter dem sonderbaren Projektnamen Father John Misty kehrt er nun als ausgeruhter und ausgereifter Solo-Künstler zurück.

Wie mit seiner früheren Band stöbert Tillman ganz tief in den Archiven der Rockmusik - und fördert feinste Songperlen zutage. Auf «Fear Fun» jagt eine geschmackvolle Sixties- und Seventies-Referenz die nächste. Neil Young, Harry Nilsson und die Beatles (vor allem George Harrison, man höre nur das unglaubliche «This Is Sally Hatchet») sind die naheliegendsten Bezugspunkte.

Auch der Name des Produzenten dieser äußerst starken Retro-Platte lässt Kenner mit der Zunge schnalzen: Jonathan Wilson gilt als wichtigster Vertreter eines neuen kalifornischen Hippie-Sounds, der sich an der Laurel-Canyon-Ära der frühen 70er orientiert. Voriges Jahr war Wilson weltweit im Vorprogramm von Wilco unterwegs, dieses Jahr kommt er mit Tom Petty nach Deutschland.

Zurück zu Father John Misty alias Josh Tillman: «Fear Fun» strotz nur so vor üppig arrangierten, fantasievollen und ambitionierten Songs. Casey Wescott (Fleet Foxes) nahm an den Aufnahme-Sessions in Echo Park (Los Angeles) ebenso teil wie Multi-Instrumentalist Wilson und Mixing-Experte Phil Ek.

Vor allem aber stellt das Album eine famose Gesangsleistung ins Rampenlicht. Ob Country-Folk, Piano-Pop, psychedelischer Rock oder Ballade - Tillman findet für jede Herausforderung die passende Antwort. Eine tolle neue Stimme, mit der auch in Zukunft zu rechnen ist.

Im traumhaft schönen Closer «Everyman Needs A Companion» singt Tillman, dass ihm sein Vorname Joshua und auch die zeitweise angenommene Abkürzung J. nicht mehr gefallen. Das mag die freakige Bezeichnung Father John Misty erklären. Für Fans des amerikanischen Neo-Folks sind solche Unterscheidungen aber wohl nur Schall und Rauch. Sie dürfen sich freuen, dass der Sound der Fleet Foxes immer weitere Kreise zieht.



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