Alabama Shakes: Vor allem eine Riesenstimme
Angesagt: Alabama Shakes. Foto: David A. Smith
Seitdem die Alabama Shakes bei diversen Sendern und Pop-Auguren zum «next big thing» für 2012 ausgerufen wurden, geht das Quartett aus Athens/Alabama regelrecht durch die Decke. In den USA startete das Album «Boys & Girls» direkt in die Top 20 der Verkaufscharts durch, in Großbritannien gar auf Platz 3.
Ein sensationeller Erfolg für eine Band, die auf gar nicht mal allzu ungewöhnliche Weise Garagenrock, Sixties-Soul und Blues verbindet. Das klingt dann oft so, als wenn die Black Keys mit einer stimmgewaltigen farbigen Sängerin unterwegs wären oder Janis Joplin in einer Stax-Revue singen würde. Also eigentlich großartig - aber nun auch nicht so originell, wie man es angesichts der Promi-Mundpropaganda und des ganzen Hypes erwarten könnte.
Das Alleinstellungsmerkmal der Alabama Shakes (ein wunderbarer Old-School-Bandname, der natürlich nicht durch Zufall an Blues-Legenden wie die Mississippi Sheiks erinnert) ist die gewaltige Röhre von Sängerin Brittany Howard. Wie diese junge Frau auf den elf erdigen, rotzigen Songs von «Boys & Girls» brüllt, wimmert und schreit, wie sie zarte Gefühle, herbe Aggression und wilden Zorn gleichermaßen in Lieder wie «Hold On», «Heartbreaker» oder die Titel-Ballade packt, das ist ein Ereignis.
Nicht alle Songs sind indes für sich genommen so herausragend, dass man die Alabama Shakes schon jetzt zu einer der herausragenden Newcomer-Bands des Jahres ausrufen sollte. Manchmal klingen die vier Youngster wirklich noch wie «so eine Art Soul-Revival-Band», die sie nach den Worten Howards und ihres Bassisten Zac Cockrell auf keinen Fall sein wollen.
Andererseits: Zwischen erfolgreichen Retro-Acts wie Black Keys, Mayer Hawthorne, Sharon Jones oder Aloe Blacc finden die Alabama Shakes zu Recht ein warmes Plätzchen mit gutem Auskommen.
Konzerte im April: 26.4. Hamburg, 27.4. Berlin
