Überblick
09.02.2018

Uber und Google-Schwester Waymo legen Streit bei

San Francisco (dpa) - Uber und die Google-Schwesterfirma Waymo haben überraschend ihren Streit um den Vorwurf des Diebstahls von Roboterwagen-Technologie beigelegt. Mitten im Prozess in San Francisco gaben die Unternehmen eine Einigung bekannt.

Als Teil des Deals bekommt Waymo eine Beteiligung von 0,34 Prozent an dem Fahrdienst-Vermittler. Nach den Konditionen der Einigung ist der Anteil rund 245 Millionen Dollar wert, weil Uber dabei insgesamt mit 72 Milliarden Dollar bewertet wurde.

Waymo hatte Uber vor einem Jahr verklagt: Über einen ehemaligen Top-Entwickler seien Geschäftsgeheimnisse und Roboterwagen-Technologie zum Fahrdienst-Vermittler gelangt. Der Prozess begann diese Woche. Der neue Uber-Chef Dara Khosrowshahi schrieb in einem offenen Brief, er glaube zugleich weiterhin nicht, dass seine Firma Waymo-Technologien verwendet habe. Aber es seien Schritte ergriffen worden, damit die selbstfahrenden Autos von Uber nur hauseigene Technologien verwendeten.

Im Mittelpunkt des Streits stand die Technik der sogenannten Laserradare - der rotierenden Geräte, mit denen die Fahrzeuge ihre Umgebung abtasten. Einer der führenden Spezialisten, der die Technologie zunächst für die Google-Roboterwagen und dann für die neugegründete Schwesterfirma Waymo entwickelte, ist Anthony Levandowski. Er verließ Waymo Anfang 2016 und gründete ein Start-up für selbstfahrende Lastwagen, das wenige Monate später für 680 Millionen Dollar von Uber gekauft wurde. Levandowski wurde danach zum Chef des Roboterwagen-Programms von Uber.

Im Februar 2017 kam aber der Knall: Waymo verklagte Uber und gab an, Levandowski habe vor seinem Abgang 14 000 Dokumente heruntergeladen. Uber bestritt stets, dass die vertraulichen Unterlagen es jemals zum Fahrdienst-Vermittler geschafft haben. Uber habe Levandowski angewiesen, die Daten zu vernichten, als die Firma davon erfahren habe. Levandowski selbst machte von seinem Recht Gebrauch, die Aussage zu verweigern, um sich nicht selbst zu belasten.

Levandowski kam zu Uber in der Ära des Mitgründers und langjährigen Chefs Travis Kalanick. Der wurde im vergangenen Sommer von Investoren vom Chefposten verdrängt, nachdem Uber Diskriminierung, Sexismus und schlechtes Management vorgeworfen wurden. Khosrowshahi versucht seit Herbst, die Firma in ruhigeres Fahrwasser zu bringen und unter Kalanick entstandene Krisenherde zu löschen.



Thema des Tages

Fall Chaschukdschi: Pompeos Krisentreffen in Saudi-Arabien

Riad/Istanbul/Washington (dpa) - Nach dem Verschwinden des saudischen Journalisten Dschamal Chaschukdschi wächst international der Druck auf Saudi-Arabien, Licht in den mysteriösen Fall zu bringen. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Geiselnahme in Köln: Fahnder prüfen Terror-Hintergrund
  • Fall Chaschukdschi: Was wir wissen - und wo es Fragen gibt
  • Dschamal Chaschukdschi - der Mann, der Riad Angst macht
  • Computer

    Großes Interesse an neuen Mobilitätsangeboten in den Städten

    Berlin (dpa) - Das eigene Auto anderen zur Verfügung stellen oder eine Strecke mit weiteren Fahrgästen gemeinsam zurücklegen - laut einer Studie des Digitalverbands Bitkom stoßen solche Konzepte angesichts des wachsenden Verkehrs in den Städten bei Bürgern auf großes Interesse. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Werden Videospiele Musks nächster Coup?
  • Millennials fallen oft auf Computer-Betrugs-Masche herein
  • Facebook: Hacker klauten Infos aus Millionen Profilen


  • Wissenschaft

    Schweizer Gletscher verlieren im Hitzesommer massiv an Eis

    Zürich (dpa) - Die Eismasse der Schweizer Gletscher ist im Hitzesommer 2018 massiv geschrumpft. An den etwa 1500 Gletschern schätzen die Experten den Verlust auf 1,4 Milliarden Kubikmeter oder 2,5 Prozent im Vergleich zum September 2017, berichtete die Akademie der Wissenschaften Schweiz am Dienstag. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Buch von Stephen Hawking erscheint Monate nach seinem Tod
  • Ebola-Fälle im Kongo: WHO beruft Krisenausschuss ein
  • Gefahr Stromleitung: Nabu-Meldesystem für tote Vögel
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 11.782,50 +1,45%
    TecDAX 2.676,00 +3,39%
    EUR/USD 1,1579 -0,03%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation