Überblick
20.03.2017

Brexit: Ökonomen sehen Zeitdruck und Stolpersteine

Berlin (dpa) - Deutsche Ökonomen sehen den Fahrplan für die anstehenden EU-Austrittsverhandlungen der Briten kritisch.

«Innerhalb von zwei Jahren ein Abkommen über den Brexit und die künftigen Beziehungen zu erzielen, wird wegen der Komplexität der Verhandlungen schwierig», sagte der Chef des Münchner Ifo-Instituts, Clemens Fuest, der Deutschen Presse-Agentur.

Ähnlich äußerte sich der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther: «Die zeitlichen Herausforderungen für die Brexit-Verhandlungen sind extrem groß.» Die EU und die Briten müssten sowohl die zahlreichen Austrittsdetails als auch ein neues Abkommen über die zukünftigen Wirtschaftsbeziehungen verhandeln.

Nach Einschätzung von Fuest müssen es die EU und die Briten schaffen, «den Austritt kooperativ zu organisieren». Anzustreben seien Freihandelsabkommen für Güter und Dienstleistungen und außerdem eine enge Kooperation in den Bereichen Forschung und Sicherheitspolitik.

Hüther bezeichnete den 29. März, den Tag des offiziellen britischen Austrittsantrags, als «traurigen Tag für ganz Europa». Die europäische Integration mache erstmals einen großen Rückschritt. Allerdings werde der «Brexit» den Briten mehr schaden als der Europäischen Union.

Auf dem Weg zum endgültigen «Brexit» sieht Hüther noch «vielfältige Stolpersteine», beispielsweise die Frage, ob und wie viel die Briten für ihren Austritt bezahlen müssen. «Man kann nur hoffen, dass sich beide Seiten dabei konstruktiv verhalten, um ein völliges Scheitern der Verhandlungen zu verhindern.»



Thema des Tages

Rekordverlust für GroKo-Parteien - AfD wird Dritter

Berlin (dpa) - Der steile Aufschwung der Rechtspopulisten bei der Bundestagswahl beschert der deutschen Politik eine historische Zeitenwende. »weiter
Lesen Sie auch:
  • AfD-Gegner demonstrieren in Großstädten
  • Stunde Null für die SPD
  • Wahlbeteiligung weiter im Aufwind
  • Computer

    Start-up-Festival Bits & Pretzels lockt auch große Konzerne

    München (dpa) - Start-ups bringen frischen Wind in die deutsche Wirtschaft - davon wollen auch etablierte Konzerne profitieren. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • BGH schränkt Haftung von Suchmaschinen weiter ein
  • BGH schränkt Haftung von Suchmaschinen weiter ein
  • Tech-Konzerne im Visier bei Attacke über Software CCleaner


  • Wissenschaft

    Forscher: «Cassini» lieferte Vielfalt an neuen Ergebnissen

    Riga (dpa) - Mit der Saturn-Mission der Raumsonde «Cassini» ist für den deutschen Forscher Sascha Kempf auch eine Epoche zu Ende gegangen. «Cassini ist die letzte wirkliche Erkundungsmission gewesen - eine Mission, die an einen Ort geschickt wurde, über den man so gut wie gar nichts wusste.» »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Wasserläufer gab es schon zu Dino-Zeiten
  • Eine Milliarde Jahre junge Diamanten
  • Sonneneruption begleitete dramatischen Kometenbesuch am Mars
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 12.610,00 +0,14%
    TecDAX 2.404,25 +0,15%
    EUR/USD 1,1909 -0,33%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation