Währung
19.07.2012

Devisen: Euro vor Entscheid über Spanien-Hilfen auf Berg- und Talfahrt

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro <EURUS.FX1> ist am Donnerstag vor der Sondersitzung des Bundestags zur Spanien-Hilfe auf Berg- und Talfahrt gegangen. Am Morgen kletterte der Kurs bis auf 1,2321 US-Dollar, nach einer enttäuschenden Auktion spanischer Anleihen fiel er im Vormittagshandel bis auf 1,2263 Dollar zurück. Zuletzt zeigte sich die Gemeinschaftswährung erholt und eroberte wieder die Marke von 1,23 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,2234 (Dienstag: 1,2281) Dollar festgesetzt.

Am Donnerstag sind die Augen am Devisenmarkt zunächst auf das große

Euro-Sorgenkind Spanien gerichtet. Am Nachmittag wird der deutsche Bundestag

über die Finanzhilfe für den spanischen Bankensektor abstimmen. Eine Mehrheit im

Parlament gilt als sehr wahrscheinlich. Bevor die deutschen Abgeordneten

entscheiden, ob sie grünes Licht für weitere Unterstützung geben, hat Spanien

allerdings bereits einen enttäuschenden Auftritt am Anleihemarkt hingelegt.

Zwar konnte die viertgrößte Euro-Volkswirtschaft 2,98 Milliarden Euro bei

Anlegern einsammeln und verfehlte das Platzierungsziel von 3,0 Milliarden Euro

damit nur knapp. Allerdings legten die Renditen im Vergleich zu den letzten

Auktionen merklich zu. Um sich für fünf Jahre Geld bei Investoren zu leihen,

musste Spanien Zinsen in Höhe von 6,5 Prozent bieten. Bereits am Vortag war der

Risikoaufschlag gegenüber den als sicher geltenden deutschen Anleihen auf ein

Rekordniveau von 576 Basispunkten gestiegen.

Neben der Abstimmung im Bundestag stehen am Nachmittag US-Konjunkturdaten im

Fokus der Märkte. US-Notenbankchef Ben Bernanke ließ sich zuletzt nicht in die

Karten schauen, was einen möglichen geldpolitischen Anschub für die schwächelnde

Wirtschaft angeht. Spekulationen über weitere expansive Maßnahmen werden nun von

Datenveröffentlichungen beeinflusst.

"Bei den heute anstehenden Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe wird sich

zeigen, ob der überraschende Rückgang der Vorwoche ein Ausrutscher war oder ob

sich eine Verbesserung der Lage abzeichnet", sagt Experte Ulrich Wortberg von

der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Außerdem werden der Index der

Frühindikatoren und der Philly-Fed-Index veröffentlicht. Schwache Daten würden

die Hoffnungen auf ein neues Anleihekaufprogramm der Fed am Leben halten und die

Risikofreude an den Märkten steigern. Das würde tendenziell dem Euro zugute

kommen und den als sicher gehandelten Dollar belasten.



Thema des Tages

Obama in Berlin: Neue Schritte zur atomaren Abrüstung

Berlin (dpa) - Die Rede vor dem Brandenburger Tor war der Höhepunkt des Besuchs. Barack Obama nutzt den symbolträchtigen Ort für eine neue Abrüstungsinitiative - dort, wo sich früher Ost und West gegenüberstanden. Es ist ein Tag der Freundschaftsgesten. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Viele freundschaftliche Gesten beim Obama-Besuch
  • Report: La-Ola für Obama - Erst am Brandenburger Tor jubelt Berlin
  • Extra: Obama schwitzt in Berlin
  • Computer

    Bundeskanzlerin Merkel im Internet-«Neuland»

    Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat mit einer Bemerkung über das Internet für heitere und spöttische Reaktionen im Netz gesorgt. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Künftiger Telekom-Chef rudert bei Tempo-Bremse zurück
  • Sony zieht fehlerhaftes Update für Playstation 3 zurück
  • Google fordert offiziell mehr Transparenz bei Geheimdienst-Anfragen


  • Wissenschaft

    Vögel in Städten sind besonders vorsichtig

    Radolfzell (dpa) - Stadtvögel sind stärker auf der Hut als ihre Artgenossen im Wald. Das haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Radolfzell am Bodensee herausgefunden. Demnach verändert das Stadtleben die Persönlichkeit der Tiere. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Langzeitexperiment zum Klimawandel beginnt
  • Studie: Pestizide verringern Artenvielfalt in Gewässern
  • Mechanisches Gepardenbaby - Schweizer bauen Roboterkatze
  • Börse
    DAX
    DAX 8.165,50 -0,78%
    TecDAX 957,25 -0,18%
    EUR/USD 1,3286 -0,81%

    Quelle: Deutsche Bank / Realtime Indikation