Devisen: Euro wieder unter Druck - Gipfel-Euphorie verfliegt
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro <EURUS.FX1> ist am Montag mit Kursverlusten in die neue Handelswoche gegangen und hat sich wieder deutlich von der 1,27-US-Dollar-Marke entfernt. Schwache Konjunkturerwartungen in China und schlechte Nachrichten aus der Eurozone hätten die Gemeinschaftswährung belastet, sagten Händler. Am Mittag wurde der Euro bei 1,2622 Dollar notiert. Nach dem Brüsseler EU-Gipfel zur Schuldenkrise hatte der Kurs am Freitag um mehr als zwei Cent zugelegt.Im frühen Handel sorgte die eingetrübte Stimmung der chinesischen
Einkaufsmanager für Ernüchterung und abnehmende Risikobereitschaft an den
Finanzmärkten. Sowohl der Index von HSBC/Markit als auch das bereits am Sonntag
veröffentlichte offizielle Barometer gingen im Juni weiter zurück. China droht
damit, als globale Konjunkturlokomotive auszufallen.
Zudem scheint die Euphorie nach den Beschlüssen des EU-Spitzentreffens zur
Schuldenkrise abzuebben. Die Devisenexperten der Landesbank Hessen-Thüringen
(Helaba) sehen weiterhin große Risiken für den Euro: "Von einer Trendwende kann
noch nicht gesprochen werden."
Eine Reihe schlechter Neuigkeiten aus der Eurozone - die spanische
Wirtschaft verliert weiter an Schwung, die Arbeitslosigkeit im Währungsraum ist
auf ein neues Rekordhoch geklettert und im französischen Staatshaushalt tun sich
große Löcher auf - drückte die Risikofreude der Anleger zum Wochenauftakt.
In den Krisenländern Spanien und Italien trübte sich die Stimmung in der
Industrie im Juni zudem abermals ein, wie die Einkaufsmanagerindizes zeigen.
Darüber hinaus kursierten Gerüchte, wonach Finnland und die Niederlande die
geplanten Anleihekäufe durch den Rettungsfonds ESM blockieren könnten.




Deutsche Bank / Realtime Indikation