Überblick
16.05.2012

BayernLB startet mit Gewinneinbruch ins Jahr

Die ungarische Banktochter MKB hat der BayernLB noch einmal die Bilanz verhagelt. Foto: Daniel Karmann

München (dpa) - Die Hiobsbotschaften aus der BayernLB nehmen kein Ende. Im ersten Quartal brach der Gewinn der Bank durch wachsende Verluste in Ungarn und andere Belastungen um fast 64 Prozent auf 54 Millionen Euro vor Steuern ein.

Weitere Millionenlasten entstehen der Bank im laufenden Quartal durch ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts zu Pensionszahlungen an Mitarbeiter. Auch im Gesamtjahr überschatten diese Probleme Fortschritte im Kerngeschäft. «Der Umbau wird noch ein Stück weit andauern», sagte Finanzvorstand Stephan Winkelmeier am Mittwoch in München. Eine Prognose für 2012 wagte er nicht.

Kalt erwischt hat die BayernLB das Urteil des Bundesarbeitsgerichts am Dienstag: Die Erfurter Richter erklärten die Pensionskürzungen bei der BayernLB für unwirksam, gegen die mehrere Angestellte geklagt hatten. Die Landesbank hatte bislang keine Vorsorge dafür getroffen und muss nun als Konsequenz aus dem Urteil einen Betrag in zweistelliger Millionenhöhe zur Seite legen.

Tiefe Löcher reißen auch Neubewertungen von Fremdwährungsgeschäften in die Bilanz: Im ersten Quartal führten sie zu einer Belastung von 146 Millionen Euro. Auch ihre eigenen Verbindlichkeiten musste die Bank neu bewerten, was das Ergebnis um 56 Millionen Euro drückte.

Größtes Sorgenkind der BayernLB bleibt die ungarische Banktochter MKB, die ihren Verlust im ersten Quartal um 11 Millionen auf 44 Millionen Euro ausweitete. Durch geänderte Gesetzesvorschriften in dem Land musste die Bank den Wert ihrer Tochter MKB im vergangenen Jahr schon um mehr als eine halbe Milliarde Euro nach unten schrauben.

Zumindest im klassischen Kreditgeschäft mit Kunden in Deutschland kommt die BayernLB nach eigener Einschätzung aber gut voran und rechnet im Gesamtjahr in diesen Kerngeschäftsfeldern mit einem Gewinn vor Steuern.

Belastet wird die Bank weiterhin durch die immer noch andauernde Prüfung durch die EU-Kommission. Der Freistaat hatte die Landesbank Ende 2008 mit zehn Milliarden Euro vor der Pleite gerettet. Die EU-Kommission prüft, ob der BayernLB dadurch Wettbewerbsvorteile entstanden sind.



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