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27.06.2012

Dialog von Léger und Laurens in Baden-Baden

Fernand Leger: «Compositions aux deux perroquets» (1935-1939) und Henri Laurens: «La grande Musicienne» (1938). Foto: Uli Deck

Baden-Baden (dpa) - Die französischen Künstler Fernand Léger und Henri Laurens gehören zu den Tabubrechern. Vor etwa hundert Jahren haben sie sich von der gegenständlichen Malerei und Bildhauerei verabschiedet und den Kubismus mitbegründet.

Später, nach den Erfahrungen aus zwei Weltkriegen, wandten sie sich wieder den Menschen zu und entwarfen füllige Figuren mit nicht immer ganz exakten Proportionen. Das Museum Frieder Burda in Baden-Baden stellt nun die Werke der beiden miteinander in Beziehung. Die Schau «Léger - Laurens. Tête-à-Tête» ist bis 4. November zu sehen.

«Es war auch für mich überraschend, wie sehr sich ihre Formsprache gleicht», sagte Kurator Jean-Louis Prat anlässlich der Präsentation am Freitag. Er hat die Skulpturen von Laurens (1885-1954) so mit den Bildern von Léger (1881-1955) kombiniert, dass die Ähnlichkeiten kaum zu übersehen sind. Die befreundeten Künstler hätten sich jedoch nicht kopiert, sondern einfach eine ähnliche Sicht auf die Welt eingenommen. «Sie waren fasziniert von der Industrialisierung und den Maschinen und haben daraufhin ihre eigene Kunstform erschaffen.»

Das lässt sich für Prat besonders gut in der Doppelausstellung mit den beiden Wegbereitern der Klassischen Moderne zeigen. «Ich finde solche Dialoge viel spannender als Einzelausstellungen, weil doch jeder Mensch mit anderen in Beziehung steht.» Auffällig ist für ihn, dass beide Künstler dekorative und architektonische Elemente in ihre Werke einfließen lassen.

Beide benutzen klare Farben, die auch den Sammler Frieder Burda bis heute begeistern. «Sie sind einfach grandios.» Der Kurator verweist außerdem auf die genauen Analysen, die beide Künstler vom menschlichen Körper gemacht haben. Das zeige sich in jeder ihrer Schaffensperioden, gerade auch in Laurens Spätwerk, in dem der Künstler seinen Figuren kleine Köpfe und riesige Füße verpasst hat.

Überraschend ist, dass beide mit abstraktem Kubismus angefangen haben und sich später wieder der menschlichen Figur zuwandten. Prat erklärt das mit den Auswirkungen der Weltkriege. «Für die Künstler stellte sich die Frage, wie sie nach diesen grausamen Erfahrungen noch den Menschen darstellen könnten.» Beide entschieden sich - anders als der Minimalist Alberto Giacometti - für voluminösen Figuren. «Für mich sind das Sinnbilder des Friedens», so der Kurator.

Der Plan, beide Künstler in einer Schau zu vereinen, konnte nach Angaben von Frieder Burda nur umgesetzt werden «durch die enge Verbindung unseres Museums mit dem Centre Pompidou». Mehr als 20 der 80 Leihgaben kommen aus dem Pariser Museum, darunter auch das berühmte Léger-Monumentalwerk «Komposition mit zwei Papageien», das so gut wie nie ausgeliehen wird. «Das hat mich einige Überredungskunst gekostet», sagte Prat. Der Sammler Burda steuert selbst zwei Werke von Laurens zur Ausstellung bei.



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    Quelle: Deutsche Bank / Realtime Indikation