Jean-Jacques Sempés «Kleiner Nick» in Hannover
Von Teresa Dapp, dpa
Bilder von Jean-Jacques Sempé im Museum Wilhelm Busch in Hannover. Foto: Peter Steffen
Natürlich mit dabei: der kleine Nick, den Sempé gemeinsam mit René Goscinny als «Le petit Nicolas» erfunden hat und der den Zeichner international bekannt machte.
Sempé sei «ein Künstler, der nicht nur bei uns die Herzen höher schlagen lässt», sagte Museumsleiterin Gisela Vetter-Liebenow. Rund 150 Werke der Franzosen zeigt das Museum, etwa 90 davon aus dem persönlichen Besitz des Künstlers. Die Auswahl reicht von den 60er Jahren bis 2011, es sind Tuschezeichnungen mit scharfen Schwarz-Weiß-Kontrasten dabei und Bilder in zarten Aquarellfarben.
Genauso vielseitig sind die Stimmungen in Sempés Bildern. Mit stolzgeschwellter Brust betritt ein Geiger im Frack die Bühne, während das Publikum etwas ratlos zu ihm aufblickt. Selbstzufrieden grinst die rundliche Bäuerin, die freihändig auf dem Fahrrad die Landstraße entlangfährt. Und das kleine Kind, das durch einen riesigen Zaun einem nicht sichtbaren Gegenüber zuwinkt, wirkt sehr allein in der großen Stadt.
Am 17. August 1932 wurde Jean-Jacques Sempé in Bordeaux geboren. Als Soldat kam der Jazz-Fan nach Paris. Er ist einer der wenigen französischen Zeichner, die für das US-Magazin «New Yorker» arbeiten - über 100 Titelblätter sind inzwischen entstanden. Einige von ihnen zeigt das Museum Wilhelm Busch nun.
«Das Leben ist eigentlich zu schwer für uns», hat Sempé einmal gesagt. Kleine Menschen - auch Erwachsene - in überdimensionierten Straßenschluchten gehören zu seinen Lieblingsmotiven. Sie wirken oft verloren, sind aber nie ohne ein Augenzwinkern gezeichnet. «Bei Sempé liegt der Reiz im Detail», erklärt Museumschefin Vetter-Liebenow. Oft hat der Zeichner amüsante oder nachdenkliche Szenen in kleinen Fenstern oder in einem Winkel zwischen Häusern versteckt.
