Finnische Jahrhundertwende-Malerei in Düsseldorf
«Lemminkäinens Mutter» von Akseli Gallen-Kallela. Foto: Caroline Seidel
«Überirdisch nordisch. Akseli Gallen-Kallela. Finnland im Geist der Moderne» heißt die Ausstellung, die in Kooperation mit dem Musée d'Orsay in Paris und dem Helsinki Art Museum entstand und in Düsseldorf die dritte Station macht.
Malerei aus den nordischen Ländern um die Jahrhundertwende ist abgesehen vom berühmten Norweger Edvard Munch hierzulande nicht sehr bekannt. Kallela ist in seinen Mythen- und Landschaftsbildern dem Naturalismus und Symbolismus verpflichtet. Der Expressionismus des frühen 20. Jahrhunderts beeinflusste ihn ebenfalls, obwohl er sich ihm eigentlich verweigern wollte.
Eine starke Heimatverbundenheit zeigt sich in den Werken Gallen-Kallelas, der zugleich ein Kosmopolit war, in Paris studierte und Berlin liebte. Er malte die herbe karelische Landschaft mit verschneiten Felsen und Wäldern auf eine mystische Weise, so dass der weiße Schnee watteweich und warm wirkt und Wasserfälle wie Diamantenregen glitzern.
Aber auch ärmliches Bauernleben, Familienszenen und provozierende Akte wie die herausfordernd blickende androgyne Frau in seinem von Monets «Olympia» beeinflussten Bild «Démasquée» (1888) gehören zu Gallen-Kallelas Motiven. In ihrem Realismus wirken die Bilder oft wie Fotografien.
Gallen-Kallela war zeitweise Mitglied der Dresdner Künstlervereinigung «Die Brücke». Letztlich aber hielt er trotz seiner vielfältigen Kontakte Distanz zu den Strömungen der Avantgarde. Zwar zeugen seine um 1909 entstandenen Afrika-Bilder in leuchtenden Orange- und Blautönen von einem befreiten Umgang mit Farben. «Aber er konnte sich mit der Moderne nicht anfreunden», sagt Kuratorin Barbara Til.



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