Beat-Poet Burroughs als multimedialer Künstler
«Self-Portrait (Tanger)» von William S. Burroughs im ZKM in Karlsruhe. Foto: Jan-Philipp Strobel
Erstmals in Deutschland zeigt in Karlsruhe das Museum für neue Kunst am Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) nun Burroughs Schaffen außerhalb der Literatur. Die Schau «the name is BURROUGHS - Expanded Media» widmet sich vom 24. März an Burroughs Werken als multimedial arbeitender Künstler.
Unter den rund 1800 gezeigten Exponaten befinden sich 300 Kunstwerke und rund 200 Fotoporträts, daneben Platten- oder Buchcover, Filme und Videos, die Burroughs Einfluss und seine Vernetzung mit Künstlern wie Brion Gysin, George Condo oder John Giorno sichtbar machen. Zu sehen sind auch die «Shotgun-Bilder» des Beat-Poeten: Burroughs schoss mit schwerer Schrotladung auf Sperrholzplatten, die gesplitterte Oberfläche bemalte er.
Auf Wasserfarbenbildern unterlegte Burroughs die Farben mit Schablonen aus Netzen oder Masken; in Collagen verband er Zeitungsschnipsel mit Fotos, übermalt mit Buchstaben oder Zitaten. Burroughs, der einst im Vollrausch bei einem bizarren Wilhelm-Tell-Spiel seine Frau erschoss, war eine Ikone der Popkultur. Geboren 1914 gilt er neben Jack Kerouac als ein Hauptvertreter der sogenannten Beat Generation. Sein berühmtestes Werk ist «Naked Lunch». Burroughs starb 1997.
