Filmbesprechung
23.03.2016

Bildgewaltig: «Batman v Superman: Dawn of Justice»

Von Matthias von Viereck, dpa

Berlin (dpa) - Ein Zusammentreffen der ganz besonderen Art, das bei Fans des Superhelden-Genres weltweit für Gänsehaut sorgen dürfte: Erstmals sind nun Superman und Batman zusammen in einem Actionfilm mit realen Darstellern auf großer Leinwand zu sehen.

Die Inszenierung zu diesem Spektakel kommt vom amerikanischen Regisseur Zack Snyder. Dieser hatte vor drei Jahren bereits «Man of Steel» in die Kinos gebracht, in dem es um Supermans Herkunft ging. «Batman v Superman» versteht sich nun als eine Art Fortsetzung davon. So darf denn auch der Brite Henry Cavill erneut ins rot-blaue Superman-Kostüm schlüpfen. Bruce Wayne alias Batman wird dagegen erstmals verkörpert von Ben Affleck. In weiteren Rollen zu sehen sind Amy Adams, Jeremy Irons und Laurence Fishburne.

Nachdem Superman im Vorgängerfilm «Man of Steel» eine Spur der Verwüstung hinterlassen hat, ist sich die Menschheit uneins: Soll sie den vom Planeten Krypton stammenden Schönling verehren oder wegen seiner übermenschlichen, gottähnlichen Kräfte fürchten? Auch Batman, der weiterhin in Gotham City für Recht und Ordnung sorgt, ist sich zunächst nicht im Klaren darüber, wie er mit Superman verfahren soll.

Während sich der Milliardär mit dem dunklen Fledermauskostüm daran macht, seinen Kontrahenten mit dem großen S auf der Brust in die Schranken zu weisen, erwächst der Menschheit eine neue Gefahr: Lex Luthor, gespielt von Jesse Eisenberg, ein so verrückter wie hoch intelligenter und unkontrollierbarer Jungunternehmer. Schnell ist klar: Diesen Feind können Batman und Superman nur zusammen stoppen. Schließlich - eine der vielen hübschen Überraschung, die der Film parat hält - bekommen die beiden Superhelden auch noch unerwartete weibliche Unterstützung.

Besonders spannend war vor diesem Film die Frage, wie sich Ben Affleck in der Rolle des Batman machen würde. Zwar hat der amerikanische Kino-Star mit «Daredevil» bereits einmal eine Comic-Figur verkörpert. Doch ob der Schauspieler auch einen Batman mit Leben erfüllen kann? Affleck muss sich immerhin nicht nur an der Leistung von vergangenen Batman-Darsteller wie Val Kilmer («Batman Forever») oder Michael Keaton («Batman») messen lassen. Vor allem die großartige Darstellung Batmans durch Christian Bale in der Batman-Trilogie von Regisseur Christopher Nolan steht als Vergleich im Raum.

An Bales enigmatische Performance vermag Affleck dann auch nicht heranzureichen. Er versteht es zwar, seinen Batman mit einer durchaus faszinierenden Ernsthaftigkeit auszustatten, auf die Dauer aber ist Afflecks Spiel jedoch zu reduziert und eindimensional.

Im Vorgänger «Man of Steel» waren in kleineren Rollen große Schauspieler zu sehen wie Russell Crowe. Diesmal ist es Jeremy Irons («Der Mann in der eisernen Maske»), der als Alfred, Batmans treuer Butler, über mehrere starke Momente verfügt. Amy Adams ist erneut mit dabei als Journalistin Lois Lane, die bereits in «Man of Steel» ihr Herz an Superman verloren hatte. Eine wirklich famose Überraschung aber ist der Auftritt von Jesse Eisenberg als Bösewicht Lex Luthor.

Dem 32-Jährigen, bekannt aus Filmen wie «The Social Network», hätte man eine derart überdrehte und zugleich hintersinnige Performance nicht unbedingt zugetraut. In seinen besten Szenen erinnert Eisenberg als Luthor denn auch fast ein wenig an die legendäre Darstellung des Joker durch Heath Ledger in «The Dark Knight». In einer so kurzen wie sehr berührenden Szene ist auch Kevin Costner als Supermans Adoptivvater erneut mit dabei.

«Batman v Superman» ist ein Zweieinhalbstünder, wie ihn sich die Fans von Batman und Superman kaum spektakulärer hätten wünschen können. Die 3D-Effekte zwar hätte es nicht unbedingt gebraucht. Sehr souverän aber ist die Musik von Altmeister Hans Zimmer («Der König der Löwen»), der für eine kongeniale musikalische Begleitung der bildgewaltigen und fast immer kurzweiligen Action sorgt.

Die Fortsetzung von «Man of Steel» präsentiert sich als hochernste, von einer melancholischen Grundstimmung durchzogene Heldengeschichte, die vom Ton an Christopher Nolans Batman-Filme erinnert (Nolan war auch an diesem Film als ausführender Produzent beteiligt). «Batman v Superman» ist ein Kinowerk voller Pathos-Bilder; Leichtigkeit und Humor wie etwa im letztjährigen «Ant-Man» sucht man hier vergebens. Stark ist das Zusammentreffen der beiden Giganten, das rund 250 Millionen US-Dollar verschlungen haben soll, vor allem dann, wenn es philosophisch wird: So zieht sich wie ein Leitmotiv die Frage durch den Film, ob es für kämpfende Helden wie Superman und Batman überhaupt möglich ist, bei all der ihnen zur Verfügung stehenden Macht ihre Unschuld zu bewahren.



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    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation