Filmbesprechung
21.03.2016

«My Big Fat Greek Wedding 2»: Das Familienchaos geht weiter

Von Cordula Dieckmann, dpa

München (dpa) - Großfamilien haben eine ganz besondere Dynamik. Geheimnisse? Fast nicht möglich. Eltern, Tanten, Cousinen, Schwager und Nichten - alle wollen mitreden. So auch bei Toula.

Auch wenn sie seit vielen Jahren mit Ian verheiratet ist und eine 17-jährige Tochter hat, mischt sich ihre griechische Familie immer noch überall ein.

Wie schon der erste Teil ist auch «My Big Fat Greek Wedding 2» nach dem Drehbuch von Hauptdarstellerin Nia Vardalos ein amüsanter Komödienspaß, gespickt mit jeder Menge Dramen und lustiger Klischees über Griechen und den Rest der Menschheit, der zumindest nach Ansicht von Toulas Vater Gus Portokalos höchst seltsam ist. Denn die Wiege der Zivilisation steht zumindest für den liebenswerten Macho-Vater eindeutig in Griechenland.

Da gibt es viel zu lachen für die Zuschauer - weniger dagegen für Toula. Denn die Sorgen für Tochter und Mann (John Corbett) und die Sonderwünsche ihrer Verwandtschaft stressen sie zunehmend. Kaum ein Tag ohne den Hilferuf: «Toula, tu doch was!». Und Toula tut jede Menge: Ihre Eltern bei Laune halten, im Restaurant aushelfen und ganz nebenbei noch ihre eingeschlafene Ehe mit Ian neu beleben und damit klarkommen, dass ihre kleine Paris (wunderbar: Elena Kampouris) aufs College gehen und ausziehen will.

Schlimmer geht es kaum? Oh doch, denn ihre Eltern machen eine schockierende Entdeckung. Das Einzige, das alles wieder in Ordnung bringen kann, ist eine große, griechische Hochzeit, mit Riesentorte, Luxuslimousine und einer prunkvollen Party für Hunderte Gäste, organisiert von? Klar, Toula.

An die Originalität des ersten Films «My Big Fat Greek Wedding» von 2002 reicht die Fortsetzung von Regisseur Kirk Jones nicht ganz heran. Manche Szenen sind etwas flach geraten und erwartbar. Doch Spaß macht der Film trotzdem. Vieles hat einen hohen - und sehr komischen - Wiedererkennungswert. Etwa, wenn der Vater, wie immer großartig gespielt von Michael Constantine, bei der kleinsten Verletzung mit seinem Wundermittel Windex anrückt und alles mit dem Reinigungsspray einnebelt.

Schön auch das große Drama, das Toulas Mutter inbrünstig abzieht und bei dem ihre Schwester Voula jedes Mal zu Hilfe eilen muss. Lieblingssatz der beiden Schwestern, wenn einer die Fotokamera zückt: «Zieh mir den Hals glatt». Kein Wunder, dass Paris oft peinlich berührt ist, etwa wenn der ganze Clan überraschend in ihrer Schule auftaucht und dort den großen Auftritt hinlegt. Oder wenn ihr Großvater ständig nachbohrt, wann die 17-Jährige endlich einen guten, griechischen Jungen zum Heiraten findet.

«In meiner Familie macht sich jeder Sorgen um den anderen», stimmt Toula gleich zu Beginn des Films ein. «Wir stehen uns nahe. Sehr nahe. Extrem nahe.» Das macht kaum einer deutlicher als Voula, die völlig schmerzfrei und genussvoll intimste und oft auch sehr eklige Krankheitsgeschichten vor jedermann ausbreitet. Oder wenn sie Toula Tipps dafür gibt, wie sie ihren Ehemann verführen kann: «Verkleide dich als Zimmermädchen. Männer lieben morgendlichen Service. Und frag ihn, wie er die Eier mag.»



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    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation