Drei Babuschki gegen den Staat
München (dpa) - Eine ungewöhnliche Wohngemeinschaft hat sich da im Leningrad der 1960er Jahre zusammengefunden: Drei alte Frauen nehmen eine junge Frau mit kleinem Kind in ihrer Wohnung auf. Das Zusammenleben, das sich zunächst als schwierig erweist, entwickelt sich schon bald zum Glücksfall.Denn unter der rauen Oberfläche der Frauen schlägt ein mitfühlendes Herz. Rührend kümmern sich die drei Alten um das kleine Mädchen, während die Mutter arbeiten muss. Und als das Kind mit drei Jahren immer noch kein Wort spricht, ein lebensgefährlicher Makel in der Sowjetunion, der schnell die Einweisung in ein Heim zur Folge haben kann, schlägt die Stunde der drei Babuschki. «Mein Leben lang habe ich gezittert, da will ich wenigstens am Schluss aufrecht stehen», sagt Jewdokija. Und so nehmen sie den Kampf mit der Staatsmacht auf. «Die stille Macht der Frauen» erhielt 2009 den russischen Booker-Preis und ist ein bewegender Roman über Menschlichkeit in einem repressiven staatlichen System und ein Lehrstück über Würde und Zivilcourage.
(Elena Chizhova: Die stille Macht der Frauen. Deutscher Taschenbuch Verlag, München, 278 Seiten, 14,90 Euro, ISBN 978-3-423-24919-5)


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