Mannheim bedauert geplanten Duden-Abzug
Mannheim (dpa) - Die Stadt Mannheim fürchtet nach dem Wegzug des Dudens um ihr Markenzeichen «Hauptstadt der Deutschen Sprache».Die geplante Verlagerung der Duden-Printredaktion nach Berlin sei «besonders bedauerlich», teilten Oberbürgermeister Peter Kurz und Wirtschaftsbürgermeister Michael Grötsch in einer Erklärung mit. Das Bibliographische Institut habe gemeinsam mit dem Institut für Deutsche Sprache und dem Goethe-Institut «ein einmaliges Kompetenzcluster» in Mannheim gebildet.
Die Cornelsen Bildungsgruppe will die Duden-Redaktion nach Berlin holen. Diese betreut unter anderem das bekannte Nachschlagewerk für die Rechtschreibung sowie Atlanten und Ratgeber. Wie viele Mitarbeiter von dem Umzug betroffen sind, ist nach Angaben des Verlagssprecher Klaus Holoch noch nicht klar.
In Mannheim bleibe die sprachtechnologische Einheit mit 30 Mitarbeitern, sagte Holoch. Diese erstellt unter anderem Korrekturprogramme für Computer. Oberbürgermeister Kurz will jetzt das Gespräch mit der Unternehmensleitung und dem Betriebsrat suchen, um Lösungen für die betroffenen Beschäftigen und für den Standort Mannheim zu erörtern.
Unklar ist die Zukunft der Sparte Kinder- und Jugendbuch. «Die Einheit wollen wir zum Verkauf anbieten», sagte Holoch. Dies müsse nun mit den 40 Mitarbeitern und dem Betriebsrat besprochen werden. Je nach Käufer könnte sich dann auch der Standort verändern.
Die Cornelsen Gruppe hält seit 2009 die Mehrheitsanteile am Bibliografischen Institut, das insgesamt 190 Mitarbeiter zählt. In Berlin sind die Cornelsen Schulverlage angesiedelt.


Deutsche Bank / Realtime Indikation