Nach Bürgerkrieg: «Ein Lied aus der Vergangenheit»
München (dpa) - Nach einem Bürgerkrieg bleiben alle versehrt zurück. Opfer, Täter und Mitläufer werden von Scham- und Verlustgefühlen gequält. Eine derart geschundene Nach-Bürgerkriegswelt zeigt uns Aminatta Forna in ihrem Roman «Ein Lied aus der Vergangenheit».Es ist der zweite Roman und das dritte Buch der in London lebenden Autorin und Journalistin, das in ihrem Heimatland Sierra Leone spielt.
In einem Krankenhaus in Freetown treffen sich zu Beginn der Nullerjahre der britische Psychologe Adrian Lockhaert, sein junger einheimischer Kollege Kai und der ehemalige Universitätsprofessor Elias Cole, der auf dem Sterbebett ein Geständnis ablegt. Die drei so unterschiedlichen Männer sind enger miteinander verbunden, als sie ahnen, nämlich durch die Liebe zu ein und derselben Frau. Mit klinischem, fast wissenschaftlich unterkühltem Blick seziert Aminatta Forna die Verheerungen, die der Bürgerkrieg in Sierra Leone in der Psyche der Menschen anrichtete.
Aminatta Forna: Ein Lied aus der Vergangenheit. Deutsche Verlags-Anstalt, München, 656 Seiten 24,99 Euro, ISBN 978-3-421-04522-5


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