Paul Collins beschreibt den «Mord des Jahrhunderts»
München (dpa) - Die New Yorker Zeitungen schrieben vom «unheimlichsten und brutalsten Mord des Jahrhunderts» und nannten den Täter einen «Kopfabschneider». Denn tatsächlich waren zunächst nur zerstückelte Leichenteile ohne Kopf gefunden worden.Lange tappte die Polizei im Dunkeln, dann führten Spuren sie in das deutsche Immigrantenmilieu und zu einer verhängnisvollen Dreiecksbeziehung. Der «Fall Guldenburg» war nicht nur eine der skandalträchtigsten Mordgeschichten des 19. Jahrhunderts, er war auch die Initialzündung für den amerikanischen Boulevardjournalismus.
Die Zeitungsmoguln Joseph Pulitzer und William Randolph Hearst erlebten ihre große Stunde. - Der amerikanische Schriftsteller und Verleger Paul Collins musste für sein Buch «Der Mord des Jahrhunderts» kaum etwas hinzuerfinden, so ergiebig, anschaulich und bunt sind die Quellen, aus denen er schöpfen konnte. So liest sich sein erzählendes Sachbuch aus der Kriminalhistorie spannender und unterhaltsamer als so mancher Roman. Wirklichkeit schlägt hier Fiktion.
(Paul Collins: Der Mord des Jahrhunderts. Der Fall Guldensuppe. Irisiana Verlag, München, 448 Seiten, 19,99 Euro, ISBN 978-3-424-15122-0)
