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18.05.2018

Schimpansen schlafen überraschend sauber

Raleigh (dpa) - Die Schlafstätten von Schimpansen sind überraschend
sauber. Das legt eine US-Studie nahe, die die Laubbetten der nächsten
Menschenverwandten untersuchte.

Die Vielfalt der Mikroben in den Schimpansen-Nestern unter freiem


Himmel war demnach zwar größer als in Menschenbetten. Aber es gab


dort kaum Bakterien, die von Haut, Mund oder Fäkalien des Schläfers


stammen, berichtet Meghan Thoemmes von der North Carolina State


University im Journal «Royal Society Open Science». Beim Menschen


stammen 35 Prozent der Bakterien in Betten aus diesen drei Quellen,


bei den Schimpansen nur 3,5 Prozent. Die meisten in den Nestern kamen


aus dem Wald. Angaben über die absoluten Mikroben-Vorkommen macht die


Studie jedoch nicht.

In Tansania hatten Thoemmes und Kollegen Mikroben-Proben von 41


Schimpansen-Nestern gesammelt. 15 dieser Schlafstätten wurden


zusätzlich auf Spinnen, Zecken oder Flöhe untersucht. «Wir hatten


erwartet eine bedeutende Zahl von Gliederfüßer-Parasiten darin zu


entdecken, aber nichts da», sagte Thoemmes. In den Nestern fanden


sich insgesamt nur vier einzelne Parasiten.

Ein Grund dafür: Schimpansen machen täglich ihr Bett frisch - indem


sie es im Baum komplett neu bauen. Sie achten außerdem darauf, sich


sorgfältig über den Rand des Nestes hinaus auf die Erde hinab zu


erleichtern. Trotzdem überraschte es die Forscher, in den


Schlafstätten so gut wie keine Fäkal-Bakterien zu finden. «Es gibt


viele Hinweise dafür, dass sich solche Bakterien im Fell ansammeln»,


so Thoemmes.

Der Evolutions-Mikrobiologe Jonathan Eisen (University of California)


ergänzte in einem Interview, es erscheine zwar eklig, als Mensch in


einem Bakterien-Nest zu schlafen. «Aber in seinen eigenen Mikroben zu


sitzen ist normalerweise kein Problem für die Gesundheit.» Da sei das


Schlafen in einem Bett, in dem schon viele Andere gelegen hätten,


schon unangenehmer - «wenn man den Mikroben ausgesetzt ist, die schon


durch ein anderes Individuum hindurchgegangen sind.»

Dennoch ist die Begegnung mit Umweltbakterien für Menschen nicht per


se gefährlich - oft ganz im Gegenteil. Viele Studien bringen etwa die


steigende Zahl von Autoimmunerkrankungen und Allergien damit in


Verbindung, dass Menschen weniger Boden-Bakterien, sprich Schmutz,


ausgesetzt sind. «Diese Verbindungen zu verlieren, hat negative


Auswirkungen auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden», ergänzt


Thoemmes.



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    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation