Aktuell
21.02.2018

Mailänder Modewoche: Gucci ist im Posthumanismus

Mailand (dpa) - Wer bestimmt, was wir sind? Klingt wie ein Philosophieseminar, ist aber Mailänder Modewoche. Der Mann für solche Grundsatzdebatten heißt Alessandro Michele, ist Kreativdirektor von Gucci und seit drei Jahren verantwortlich für den derzeit größten Hype in der Modewelt.

Warum, das unterstrich er am Mittwoch anlässlich der bis Montag laufenden Fashion Shows für die Saison Herbst/Winter 2018/19 eindrucksvoll.

Es war wie immer ein Aberwitz an Ideen, die er zusammenbringt. Michele erzeugt dabei auf dem Laufsteg Bilder, die auch verstören können. Und dann erst diese Showlocation: ein nachgebauter Operationssaal. In seinen Pressetexten, die eher Essays sind, stößt er wichtige Debatten an.

Zum Beispiel: Unsere Identität ist nur eine soziale und kulturelle Konstruktion. Mann oder Frau, Christ oder Muslim (es gab Hidschabs zu sehen), Hoch- oder Straßenkultur - Alessandro Michele hält nichts von solchen Kategorien. Er ist bereits im Posthumanismus. «Cyborg», so nannte er die Gucci-Show - nach seiner Definition: hybride Identitäten.

Mit einer spektakulären Installation hatte Moncler am Dienstagabend die Mailänder Modewoche eingeläutet. Statt eine Fashion Show zu sehen, durchliefen die Gäste einen Parcours von acht monumentalen Rauminstallationen. In jeder präsentierte ein anderer Designer seinen Blick auf die Marke.

Im Mittelpunkt der Kollektionen stand die Daunenjacke, das Schlüsselelement des italienischen Traditionslabels. Pierpaolo Piccioli zum Beispiel, im Hauptberuf Kreativdirektor bei Valentino, schuf gesteppte Couture-Kreationen. Der Brite Craig Green verpackte den Mensch in wuchtige, surreal anmutende Kleidungs-Skulpturen.



Thema des Tages

Erdogan erklärt sich vor Auszählungsende zum Wahlsieger

Istanbul (dpa) - Trotz Manipulationsvorwürfen der Opposition hat sich der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan noch vor dem Ende der Auszählung zum Sieger der Präsidentenwahl erklärt. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Weiter keine europäische Lösung im Asylstreit
  • Nach Kroos' Kunststück «durchs Turnier reiten»
  • Saudische Frauen feiern das Ende des Fahrverbots
  • Computer

    Barley: WhatsApp-Kommunikation in andere Dienste ermöglichen

    Berlin (dpa) - Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) will sich auf EU-Ebene dafür einsetzen, dass Verbraucher von WhatsApp aus auch mit Nutzern anderer Messenger-Dienste kommunizieren können. Beim Mobilfunk sei das schon möglich, sagte Barley der Deutschen Presse-Agentur. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Unterhalten mit Relevanz: Grimme Online Award verliehen
  • YouTube erlaubt Abo-Gebühren und Verkauf von Fanartikeln
  • Cyber-Angriffe: Telekom informiert Milionen Kunden monatlich


  • Wissenschaft

    Tropfender Wasserhahn: Rätsel um «Plopp»-Geräusch gelöst

    Cambridge (dpa) - Manchmal entsteht eine Idee für ein Forschungsprojekt in einer schlaflosen Nacht. Anurag Agarwal von der Universität Cambridge war zu Besuch bei einem Freund, dessen Hausdach undicht war. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Neue Leitlinien zur Behandlung von ADHS
  • Morgens wird eher analytisch getwittert, abends emotional
  • Steigender Meeresspiegel bedroht Statuen auf der Osterinsel
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 12.546,00 -0,27%
    TecDAX 2.793,25 -0,21%
    EUR/USD 1,1659 -0,04%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation