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30.07.2012

«Doppelt impfen» schadet dem Körper nicht

Überblick über die eigenen Impfungen verloren? Das ist in den meisten Fällen nicht so schlimm. Foto: Uwe Zucchi

Berlin (dpa/tmn) - Was ist zu tun, wenn man den Überblick über seine Impfungen verloren hat? Ist eine zweite Impfung schädlich? Gerhard Falkenhorst von der Geschäftsstelle der Ständigen Impfkommission erklärt, worauf es bei Nachholimpfungen ankommt.

Wenn der Impfausweis bei einem Umzug oder durch Schludrigkeit verloren geht, stehen viele Patienten ratlos vor ihrem Arzt. Sie wissen nicht, welche Impfungen sie bereits bekommen haben und welche sie nachholen müssen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am Montag (30. Juli) seine Empfehlungen um Informationen zu Nachholimpfungen aktualisiert. Gerhard Falkenhorst von der Geschäftsstelle der Ständigen Impfkommission beantwortet die wichtigsten Fragen:

Was mache ich, wenn ich meinen Impfausweis verloren habe?

«Ich würde zuerst bei meinem alten Hausarzt nachfragen. Der hat normalerweise eine Übersicht über die Impfungen, die er mir gegeben hat. Es kann aber natürlich sein, dass der Arzt in Pension ist oder ich ihn nicht mehr erreiche. Dann würde ich alle Standardimpfungen nachimpfen. Nur eine schriftlich dokumentierte Impfung gilt als erfolgte Impfung. Manche Impfungen sind aber nur für Kinder wichtig, die brauchen bei Erwachsenen nicht nachgeholt zu werden.»

Ist es gefährlich, eine Impfung «doppelt» zu bekommen?

«Das Risiko ist verschwindend gering. Auf jeden Fall überwiegt das Risiko einer ernsthaften Erkrankung, die ich bekommen kann, wenn ich mich nicht noch einmal impfen lasse. Die zweite Impfung ist im Prinzip so, als würde ich nach erfolgter erster Impfung auf einen Erkrankten treffen. Da passiert mir ja auch nichts. Das gleiche gilt auch für Lebendimpfungen. Bei Mumps-Masern-Röteln geht es oft gar nicht anders. Früher gab es Einzelimpfungen. Wenn ich heute eine Rötelnimpfung brauche, muss ich die Kombi-Impfung nehmen.»

Soll ich meinen Impfstatus im Labor prüfen lassen?

«Prinzipiell kann man Antikörper gegen bestimmte Erreger im Blut messen. Das macht aber in den seltensten Fällen Sinn. Bei einigen Impfungen findet man überhaupt keine Antikörper, obwohl der Impfschutz da ist. Das hat etwas mit dem immunologischen Gedächtnis des Körpers zutun, aber das findet man nicht in einem einfachen Test heraus. Eine der wenigen Ausnahmen sind Windpocken bei Frauen mit Kinderwunsch: Wenn nicht klar ist, ob die Windpocken durchgemacht oder geimpft wurden, sollten die Antikörper bestimmt werden.»



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    Quelle: Deutsche Bank / Realtime Indikation