Aktuell
20.06.2018

Wirtshausbesuch während der Reha ist keine Therapiemaßnahme

Stuttgart (dpa/tmn) - Wer auf Kosten eines Rehabilitations-Trägers Leistungen zur medizinischen Reha bekommt, steht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Allerdings hat dieser Schutz seine Grenzen, wie eine Entscheidung des Landessozialgerichts Baden-Württemberg zeigt.

So ist ein abendlicher Gaststättenbesuch außerhalb der Reha-Einrichtung der privaten Sphäre zuzuordnen, erklärt die Arbeitsgemeinschaft Sozialrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV).

Der Fall (Az.: L 8 U 3286/17): Eine Frau befand sich wegen einer psychischen Erkrankung im Herbst 2016 für drei Wochen zur Kur. An einem Samstagabend war sie mit anderen Patienten in einer Gaststätte außerhalb der Reha-Klinik. Auf dem Rückweg stolperte sie, fiel auf die Hand und brach sich den Ringfinger. Bei der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft beantragte sie die Anerkennung als Fall der gesetzlichen Unfallversicherung.

Sie begründete dies damit, dass der Ausflug von den Ärzten der Klinik empfohlen sei. Die Berufsgenossenschaft fragte nach und erhielt die Auskunft, der abendliche Ausflug habe zur privaten Freizeitgestaltung gehört und sei nicht verordnet worden. Die Patienten bekämen lediglich die Empfehlung, Freizeitaktivitäten zusammen mit Mitpatienten zu unternehmen. Hierauf gestützt lehnte die Unfallversicherung die Anerkennung eines Arbeitsunfalls ab.

Das Urteil: Das Landessozialgericht gab der Berufsgenossenschaft Recht. Der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung entfalle bei privater Freizeitgestaltung. Maßgeblich sei gewesen, dass der Ausflug nicht speziell der stationären Behandlung gedient habe und auch nicht auf den Reha-Zweck ausgerichtet gewesen sei. Der Spaziergang, die Einkehr in die Gaststätte und der anschließende Rückweg zur Klinik seien nicht ärztlich angeordnet oder therapeutisch überwacht und begleitet worden.



Thema des Tages

«Fahrplan» gegen Missbrauch - Papst verlangt konkrete Taten

Rom (dpa) - Der Papst hält den Kopf wie in Demut gesenkt. Vor ihm ein Meer aus lila und scharlachroten Kappen. Sie gehören den Bischöfen und Kardinälen aus aller Welt, die Franziskus zu der historischen Konferenz zum Thema Missbrauch nach Rom beordert hat. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Ausschluss betreuter Menschen von Wahlen verfassungswidrig
  • Mindestens 70 Tote bei Feuer-Inferno in Dhaka
  • Missbrauch in der katholischen Kirche
  • Computer

    Streit um Unitymedia-Vorgehen bei Kunden-Hotspots vor BGH

    Karlsruhe (dpa) - Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia baut ein teilöffentliches WLAN-Netz auf und nutzt dazu die Router seiner Kunden. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Muss YouTube Nutzerdaten preisgeben?
  • Samsungs aufklappbares Smartphone soll 2000 Euro kosten
  • Chinesische Rivalen bringen Apple und Samsung unter Druck


  • Wissenschaft

    Neue Prothesen mit mehr Gefühl

    Genf/Rom/Freiburg (dpa) - Zwei neu entwickelte Handprothesen geben Unterarmamputierten mehr Gefühl beim Greifen. Ein Ansatz zielt darauf ab, dass Patienten nicht nur Form und Härte von Objekten fühlen, sondern auch ihre Handstellung wahrnehmen. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Forscher stellen kleinsten Neptunmond vor
  • Ein See in knalligem Pink
  • Fortschritt im Kampf gegen Ebola im Kongo
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 11.413,00 +0,10%
    TecDAX 2.595,50 -0,77%
    EUR/USD 1,1348 +0,02%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation