Aktuell
19.02.2018

Ist Religiosität für den Kindergartenplatz vortäuschen klug?

Berlin (dpa/tmn) - Manche Frage traut man kaum zu stellen - nicht einmal dem Partner, und auch nicht einem Arzt oder Anwalt. Das Thema ist unangenehm, der Einblick in die persönlichen Lebensumstände könnte peinlich und tief werden, vielleicht drohen sogar rechtliche Konsequenzen.

Doch wie gut, dass einen Freund gerade ganz genau dasselbe Problem beschäftigt. Fragen wir also doch mal für ihn... Die Frage heute: Mein Freund ist nicht religiös, würde sich aber gerne dafür ausgeben, um sich einen Kita-Platz zu sichern heiligt der gute Zweck die Mittel?


Antwort: Kann man so machen, wird aber kaum helfen. Denn Religiosität allein ist kein ausschlaggebendes Kriterium für die Aufnahme in einen Kindergarten. Ob ein Kind einen Platz erhält, hängt von deutlich mehr Faktoren als seiner Religion oder der der Eltern ab, erklärt die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (Ekbo).

Familienstruktur, Bevölkerungszusammensetzung und weitere Angebote im Umfeld spielen ebenso eine Rolle wie Vorgaben der Kommunen. Vielerorts werden Geschwisterkinder bevorzugt aufgenommen. Eine Quote zur Aufnahme bestimmter religiöser Zugehörigkeiten gibt es laut Ekbo jedenfalls nicht.



An manchen Orten Deutschlands mag das anders sein, aber selbst dann ist die Sache mit der vorgetäuschten Religiosität eigentlich Unsinn. Zum einen lässt sich leicht überprüfen, ob jemand zumindest Mitglied einer religiösen Gemeinschaft ist. Und wenn das Kind der angeblich religiösen Eltern bei der Kitaanmeldung nicht getauft ist, wirkt das zumindest unglaubwürdig. Zum anderen gehört zum pädagogischen Konzept konfessionell getragener Kindertagesstätten eben auch die Auseinandersetzung mit Religion. Wer damit ohnehin nichts anfangen kann, sollte sich vielleicht lieber die Mühe sparen und nach einem Platz in einer nicht-konfessionellen Kindertagesstätte Ausschau halten.



Thema des Tages

Erdogan erklärt sich vor Auszählungsende zum Wahlsieger

Istanbul (dpa) - Trotz Manipulationsvorwürfen der Opposition hat sich der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan noch vor dem Ende der Auszählung zum Sieger der Präsidentenwahl erklärt. »weiter
Lesen Sie auch:
  • Weiter keine europäische Lösung im Asylstreit
  • Nach Kroos' Kunststück «durchs Turnier reiten»
  • Saudische Frauen feiern das Ende des Fahrverbots
  • Computer

    Barley: WhatsApp-Kommunikation in andere Dienste ermöglichen

    Berlin (dpa) - Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) will sich auf EU-Ebene dafür einsetzen, dass Verbraucher von WhatsApp aus auch mit Nutzern anderer Messenger-Dienste kommunizieren können. Beim Mobilfunk sei das schon möglich, sagte Barley der Deutschen Presse-Agentur. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Unterhalten mit Relevanz: Grimme Online Award verliehen
  • YouTube erlaubt Abo-Gebühren und Verkauf von Fanartikeln
  • Cyber-Angriffe: Telekom informiert Milionen Kunden monatlich


  • Wissenschaft

    Tropfender Wasserhahn: Rätsel um «Plopp»-Geräusch gelöst

    Cambridge (dpa) - Manchmal entsteht eine Idee für ein Forschungsprojekt in einer schlaflosen Nacht. Anurag Agarwal von der Universität Cambridge war zu Besuch bei einem Freund, dessen Hausdach undicht war. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Neue Leitlinien zur Behandlung von ADHS
  • Morgens wird eher analytisch getwittert, abends emotional
  • Steigender Meeresspiegel bedroht Statuen auf der Osterinsel
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 12.509,50 -0,56%
    TecDAX 2.784,50 -0,52%
    EUR/USD 1,1656 -0,07%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation