Thema des Tages
08.03.2018

USA verhängen Einfuhrzölle auf Stahl und Aluminium

Washington (dpa) - Die USA verhängen weltweite Einfuhrzölle auf Stahl in Höhe von 25 Prozent und auf Aluminium in Höhe von 10 Prozent. Ausgenommen werden zunächst nur die Nachbarn Mexiko und Kanada, wie Präsident Donald Trump in Washington bekanntgab.

Die Zölle sollen innerhalb von 15 Tagen in Kraft treten. Trump unterzeichnete im Weißen Haus in Anwesenheit von Stahl- und Aluminiumarbeitern die beiden entsprechenden Proklamationen. Der Schutz der heimischen Stahl- und Aluminiumproduktion sei entscheidend für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten, hieß es.

Eine Klausel soll es allen Ländern jedoch ermöglichen, auf der Grundlage von Einzelfall-Verhandlungen Erleichterungen zu erreichen. Dafür müssten diese aber nachweisen, dass sie durch «alternative Mittel» den negativen Einfluss, den ihre Stahllieferungen auf die nationale Sicherheit der USA hätten, ausgleichen können.

Die Verhandlungen werde auf US-Seite der Handelsbeauftragte Robert Lighthizer führen. Dieser ist als Hardliner bekannt. Kanada und Mexiko könnten durch Zugeständnisse bei den Gesprächen für das Freihandelsabkommen Nafta ihre Zollschranken niedrig halten. Die Vorlage für Trumps Entscheidung hatte eine fast ein Jahr dauernde Untersuchung unter Federführung von Handelsminister Wilbur Ross geliefert.

Trumps Schritt war in aller Welt und auch in den Vereinigten Staaten selbst auf erhebliche Kritik gestoßen. Noch am Tag vor der Unterzeichnung der Proklamation hatten sich 107 Abgeordnete von Trumps eigener republikanischer Partei gegen die Maßnahmen gewandt und in einem offenen Brief an den Präsidenten ihre «tiefe Besorgnis» zum Ausdruck gebracht. Manager und Politiker befürchten, dass teurere Stahl- und Aluminiumpreise sowie Vergeltungsmaßnahmen aus dem Ausland in der US-Wirtschaft höheren Schaden verursachen könnten, als die Zölle gutmachen.

Der Präsident hatte in mehreren Auftritten in den vergangenen Tagen Partnern - darunter auch der Europäischen Union - vorgeworfen, unfaire Handelspraktiken gegenüber den USA zu betreiben. Die EU hatte ihrerseits angedroht, US-Produkte mit Vergeltungszöllen zu belegen - darunter Bourbon-Whiskey aus Kentucky und Tennessee. Auf einer Liste mit 200 Produkten kommen vor allem solche vor, die in für US-Wahlen wichtigen «Swing States» produziert werden. Auch Orangensaft aus Florida steht auf der Liste.

Das Weiße Haus begründete die Zölle unter anderem mit dem Verlust von Zehntausenden Jobs in der Stahl- und Aluminiumindustrie in den vergangenen 20 Jahren. US-weit existierten nur noch fünf Aluminium-Schmelzereien, nur zwei davon seien voll ausgelastet. 90 Prozent des Aluminiums würden importiert. «Beide Branchen sind erheblich bedroht», sagte ein hoher Beamter des Weißen Hauses.

Der wirtschaftliche Schaden in anderen Branchen werde sich in Grenzen halten. Nach Berechnungen des US-Handelsministeriums sollen sich die Zusatzkosten etwa für ein Flugzeug der Marke Boeing auf lediglich 25 000 Euro belaufen. Ein Sechserpack Bierdosen werde nur um 1,5 Cent teurer, hieß es aus dem Weißen Haus.



Thema des Tages

Merz gibt seine Bewerbung ab: Traue mir ein Ministeramt zu

Berlin (dpa) - Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz (CDU) hat nach seiner Niederlage im Kampf um den CDU-Vorsitz indirekt einen Wechsel ins Kabinett von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) angeboten. »weiter
Lesen Sie auch:
  • London verstärkt Vorbereitungen für Brexit ohne Abkommen
  • Europas Autobauer reagieren entsetzt auf schärfere CO2-Werte
  • Wie der Brexit schon jetzt der Wirtschaft schadet
  • Computer

    Trump gewinnt Follower - und greift Twitter trotzdem an

    Washington (dpa) - US-Präsident Donald Trump hat den Internetgiganten Google, Facebook und Twitter erneut Voreingenommenheit für die oppositionellen Demokraten vorgeworfen. Die drei Firmen seien so parteiisch, dass es «lächerlich» sei, schrieb Trump auf Twitter. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Facebook-Managerin Sandberg bei DLD-Konferenz in München
  • Amazon erwägt Sprach-Mikrowelle nach Deutschland zu bringen
  • Mitbegründer von Vine stirbt mit 34


  • Wissenschaft

    Dramatischer Schwund: Mit den Rebhühnern geht es abwärts

    Berlin/Hannover (dpa) - Die Zahl der Rebhühner nimmt in Deutschland weiter dramatisch ab. Das Verbreitungsgebiet des einst für die Felder typischen Vogels sei in acht Jahren um ein Drittel geschrumpft, teilte der Deutsche Jagdverband (DJV) mit. »weiter
    Lesen Sie auch:
  • Astronomen entdecken am weitesten entferntes Objekt
  • Schlafentzug setzt Belohnungssystem in Gang
  • Wie Nepal den Bengalgeier retten will
  • Börse
    DAX
    Chart
    DAX 10.786,50 +0,13%
    TecDAX 2.492,25 -0,23%
    EUR/USD 1,1363 +0,14%

    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation