Thema des Tages
06.02.2018

Wer in einem neuen schwarz-roten Kabinett was werden könnte

Berlin (dpa) - Erst die Inhalte, dann die Ressortzuschnitte, dann die Personalien: So lautet in den Koalitionsverhandlungen von Union und SPD das Vorgehen. Dennoch wird längst spekuliert, wer in der neuen Bundesregierung welches Amt übernehmen könnte. Eine Übersicht:

CDU:

ANGELA MERKEL geht, wenn es mit der Neuauflage von Schwarz-Rot klappen sollte, in ihre vierte Amtszeit als Bundeskanzlerin. Wenn nicht, wird es komplizierter. Dann dürfte es relativ rasch eine vorgezogene Neuwahl geben. Und es ist wahrscheinlich, aber nicht sicher, dass sie dann wieder antreten würde. Und selbst wenn sie noch einmal Kanzlerin wird - Merkel wird sich überlegen, wie sie ihre Nachfolge organisiert. Gut möglich, dass sie dafür schon Ideen hat.

THOMAS DE MAIZIÈRE könnte aus CDU-Sicht gerne Innenminister bleiben.

PETER ALTMAIER ist für verschiedene Posten im Gespräch, insbesondere für das Finanzressort, wenn die SPD es nicht will. Dass er Kanzleramtschef bleibt, ist eher unwahrscheinlich - für diesen Posten sind Namen wie die des geschäftsführenden Gesundheitsministers Hermann Gröhe oder des geschäftsführenden Innenministers de Maizière im Spiel. Altmaier käme auch für ein großes Wirtschaftsministerium in Frage, in dem auch die digitale Zukunft Deutschlands eine wichtige Rolle spielen könnte.

URSULA VON DER LEYEN dürfte Verteidigungsministerin bleiben - oder könnte Außenministerin werden, wenn die SPD nicht darauf zugreift.

ANNEGRET KRAMP-KARRENBAUER, Saar-Ministerpräsidentin und Vertraute Merkels, gilt in der CDU als Zukunftshoffnung - und mögliche Nachfolgerin der Kanzlerin. Dazu fehlt es ihr noch an bundesweiter Bekanntheit. Deswegen könnte sie etwa Arbeits- und Sozialministerin werden. Ihr Name kursiert auch fürs Außenamt - dieser Posten gilt wegen der Außenwirkung quasi als Garantie für gute Umfragewerte. Auch das wäre wichtig, wenn «AKK» im Bund eine größere Rolle spielen soll.

JULIA KLÖCKNER, die stellvertretende CDU-Vorsitzende könnte eventuell als Bundesagrarministerin aus Rheinland-Pfalz nach Berlin wechseln.

HERMANN GRÖHE, als früherer Generalsekretär ein Vertrauter Merkels, würde gerne Gesundheitsminister bleiben - wenn Merkel ihn nicht bittet, Kanzleramtschef Altmaier zu beerben.

ANNETTE WIDMANN-MAUZ, bisher Staatssekretärin bei Gröhe, gilt als ministrabel und deshalb als mögliche Nachfolgerin ihres Chefs - auch, weil Merkel neue und jüngere Frauen sucht.

JENS SPAHN würde zu gerne Minister werden. Gut möglich, dass Merkel ihn erwählt - er gilt als Zukunftshoffnung der Konservativen in der CDU.

SPD:

MARTIN SCHULZ: Beim SPD-Vorsitzenden ist die große Frage: Geht er ins Kabinett oder nicht? Er gilt intern als schwer angeschlagen. Falls ja, würde der Ex-Präsident des Europaparlaments wohl Außenminister.

SIGMAR GABRIEL käme wieder fürs Außenamt in Betracht, wenn Schulz nicht will oder zum Verzicht bewegt wird. Doch auch gegen Gabriel gibt es Vorbehalte. Weitere Option: wieder Wirtschaftsminister.

OLAF SCHOLZ, der stellvertretende SPD-Vorsitzende und Hamburger Regierungschef, wird als möglicher Finanzminister und Vizekanzler gehandelt, wenn Schulz draußen bleibt.

HEIKO MAAS könnte sein Amt als Bundesjustizminister behalten.

BARBARA HENDRICKS könnte, wenn die SPD wieder den Zuschlag dafür bekommt, als Umweltministerin weitermachen. Dass sie gerne nochmal will, hat die 65-Jährige schon mehrmals betont.

KATARINA BARLEY wird als Kandidatin für das Arbeits- und Sozialministerium gehandelt - oder sie bleibt Familienministerin.

BORIS PISTORIUS: Ginge das Innenressort an die SPD, gilt der niedersächsische Innenminister als ein möglicher Kandidat.

SVENJA SCHULZE: Die frühere NRW-Forschungsministerin könnte Bildungsministerin werden, sollte die SPD den Zuschlag bekommen.

HUBERTUS HEIL wäre ebenfalls als Bildungsminister denkbar.

DORIS AHNEN, derzeit rheinland-pfälzische Finanzministerin, wäre eine Überraschungskandidatin für das Finanzressort in Berlin.

CARSTEN SCHNEIDER: Der Manager der Bundestagsfraktion ist ein Finanzexperte - auch er wäre ein Überraschungspersonalie im Finanzministerium.

ANDREA NAHLES: Wäre in jedem Falle ministrabel und dürfte ein Kopf der Koalition werden - aber vom Posten der SPD-Fraktionschefin aus.

CSU:

HORST SEEHOFER: Bei ihm ist wie bei Martin Schulz die Frage: Geht er ins Kabinett oder nicht? Es müsste dann wohl ein gewichtiges Ministerium sein: Finanzen, Wirtschaft (möglicherweise ein Superressort, ergänzt um Digitales) oder Arbeit und Soziales.

ALEXANDER DOBRINDT wäre ebenfalls für ein wichtiges Ministerium prädestiniert, dürfte aber CSU-Landesgruppenchef bleiben.

ANDREAS SCHEUER, CSU-Generalsekretär und CSU-Organisator der Koalitionsverhandlungen, könnte etwa neuer Verkehrsminister werden - er war dort schon einmal Parlamentarischer Staatssekretär.

GERD MÜLLER könnte weiterhin Entwicklungsminister bleiben.

DOROTHEE BÄR, bisher schon Parlamentarische Staatssekretärin im Verkehrsministerium, könnte im neuen Kabinett Ministerin werden - dann hätte die CSU wieder einmal eine Frau in der ersten Reihe.



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    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation