Brennpunkte
13.08.2019

Vermisstes Mädchen Nora ist tot

Von Zubaidah Jalil, Christoph Sator und Silvia Kusidlo, dpa

Kuala Lumpur/London (dpa) - Der Traumurlaub im Dschungel mit der Tochter ist für ein Elternpaar zum Alptraum geworden: Die seit mehr als einer Woche in Malaysia vermisste Nora ist tot.

Dies bestätigten die Eltern der 15-Jährigen, wie die Hilfsorganisation Lucie Blackman Trust am Dienstag mitteilte. Sie betreut die Eltern seit Noras Verschwinden. Die nackte Leiche wurde nahe eines Bachs entdeckt.

Die Jugendliche aus London hatte mit ihren Eltern in einem Öko-Resort im bergigen Hinterland der Hauptstadt Kuala Lumpur Urlaub machen wollen. Doch kurz nach der Ankunft verschwand sie aus ihrem Zimmer.

Nora war nach Angaben der Eltern mit einem Gehirndefekt auf die Welt gekommen, sie war geistig etwas zurückgeblieben und hatte Probleme beim Gehen. Ihre Eltern beschrieben sie als fröhlich und anhänglich.

War Nora trotzdem weggelaufen, fiel sie einem Verbrechen zum Opfer? Zur Todesursache machten die Behörden des südostasiatischen Landes zunächst keine Angaben. Nora wurde nur 2,5 Kilometer vom Hotel entfernt von einem Einheimischen gefunden. Ein Helikopter brachte die Leiche in ein Krankenhaus, wo die Eltern sie identifizierten. An diesem Mittwoch soll die Obduktion beginnen.

Die Eltern äußerten mehrfach die Vermutung, dass ihre Tochter entführt wurde. Nora sei schon im Alltag auf Hilfe angewiesen und würde niemals allein in den Dschungel gehen, hieß es. Die Polizei in Malaysia behandelte das Verschwinden allerdings als Vermisstenfall.

An der zehntägigen Suche hatten sich etwa 350 Einsatzkräfte, Freiwillige und Berichten zufolge sogar ein Schamane beteiligt. Sie beschallten den dichten Dschungel per Lautsprecher mit einer Aufnahme, auf der die Mutter ruft: «Nora Liebling, ich liebe Dich, hier ist Mama.» Auch Hubschrauber waren bei der Suche im Einsatz.

Die Mutter ist Irin, der Vater Franzose. Die 1,55 Meter große Nora hatte beide Staatsbürgerschaften. Die Familie lebt seit vielen Jahren in der britischen Hauptstadt. Der irische Premierminister Leo Varadkar sprach den Eltern und Geschwistern sein Beileid aus. Das französische Außenministerium zeigte sich traurig über den Tod des Mädchens und sprach der Familie sein Beileid aus.

«Die französischen Behörden stehen den malaysischen Behörden zur Verfügung, um sicherzustellen, dass die Umstände des Todes vollständig geklärt werden», hieß es in einer Mitteilung. Man sei den malaysischen Behörden sehr dankbar für ihren Einsatz. «Wir begrüßen auch die Solidarität der Bewohner, die ihre Hilfe freiwillig geleistet haben.»

Kurz bevor die Tote entdeckt wurde, hatten die Eltern noch umgerechnet etwa 10.000 Euro Belohnung für Hinweise auf Nora ausgesetzt. Um die Suche nach dem Teenager zu unterstützen, hatten Verwandte außerdem zwei Spendenaktionen initiiert. In kürzester Zeit waren umgerechnet weit über 100.000 Euro zusammengekommen.

Der Fall erinnert an das Verschwinden der dreijährigen Maddie in einer Ferienanlage in Portugal. Von ihr fehlt seit dem Jahr 2007 jede Spur. Die Eltern waren in einem nahe gelegenen Restaurant essen, als Maddie aus dem Appartement verschwand. Die Ermittler gehen von einer Entführung aus. Zunächst standen auch die Eltern unter Verdacht. Die Britin müsste inzwischen 15 Jahre alt sein - falls sie noch lebt.



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    Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation