Brennpunkte
15.05.2012

EU-Kräfte zerstören erstmals Piratenstellung in Somalia

Mutmaßliche Piraten werden durch portugiesische Soldaten der Fregatte 'Alvares Cabral' im Golf von Aden, Somalia festgenommen. Foto: Carlos Dias/NATO/Archiv

Brüssel/London (dpa) - EU-Kräfte haben erstmals eine Stellung somalischer Piraten an Land angegriffen. Wie das Hauptquartier für die «Atalanta»-Mission am Dienstag mitteilte, richtete sich der Einsatz gegen Logistik der Piraten.

Der Angriff erfolgte mit einem Hubschrauber aus der Luft, erklärte eine Sprecherin. Zum Zeitpunkt der Attacke seien keine Menschen in dem Materiallager gewesen. Bodentruppen seien nicht eingesetzt worden.

Die Bundeswehr war an der Aktion nicht beteiligt, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Die EU hatte ihr Einsatzgebiet im Kampf gegen Piraten am Horn von Afrika erst kürzlich auf einen zwei Kilometer breiten Küstenstreifen ausgeweitet. Dort sind jetzt Luftangriffe auf Nachschublager der Piraten möglich.

Mit Hilfe kleiner Handfeuerwaffen habe man in der Nähe von Haradhere Boote und Motoren zerstört, die von Piraten direkt an der Küste gelagert worden seien, erklärte die «Atalanta»-Sprecherin. Wie viel Material jetzt nicht mehr benutzbar sei, werde noch geprüft.

«Bisher hatten die Piraten immer das Gefühl, wir könnten sie nicht mehr erreichen, sobald sie an Land sind», sagte die Sprecherin. Das sei nun anders. Welche Nationen an dem Angriff beteiligt waren, wollte «Atalanta» zunächst nicht mitteilen.

Die Bundeswehr ist mit 340 Soldaten an der Mission beteiligt. Die Erweiterung des Einsatzgebiet auf die Küste war im Bundestag höchst umstritten. Erstmals verweigerte die Opposition geschlossen die Zustimmung zu dem Mandat. Zur Begründung hieß es, das Risiko für Soldaten und unbeteiligte Zivilisten sei zu hoch.



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    Quelle: Deutsche Bank / Realtime Indikation